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Konzept für Kulturpark steht

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Skater im Kulturpark
Skater im Kulturpark © Michael Schick

Musik aus Säulen, Grills mit Münzeinwurf und ganz viel Platz für Kreativität: das neue Konzept für den Kulturpark ist beschlossen.

Von Julius Sandmann

Die Einbindung des sanierten Wasserturms, Soundstelen, Plätze für Sport und Wände für Graffiti – der Magistrat hat am Dienstag das neue Konzept für den Kulturpark beschlossen. „Der vorliegende Entwurf fand große Zustimmung bei allen beteiligten Nutzern und Experten“, teilte Ordnungsdezernent Oliver Franz (CDU) mit, der die Vorlage mit Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz (CDU) eingebracht hatte.

Das Konzept sieht vor, die bisher getrennten Freiflächen miteinander zu verbinden und klare Wege zu schaffen. Dadurch soll ein einheitliches und übersichtliches Areal entstehen.

„Im Park sollen sich alle Menschen sicher fühlen“, sagte Franz. Zudem sei die Planung schlüssig und steigere die Attraktivität Wiesbadens. Die zwei Bauabschnitte sollen bis 2016 umgesetzt werden und kosten voraussichtlich 2,5 Millionen Euro.

Während des für dieses Jahr geplanten, ersten Bauabschnitts soll der sanierte Wasserturm in die Umgebung eingebunden werden. Die bisher noch unterschiedlichen Niveaus zwischen den einzelnen Flächen würden angeglichen, auch um einen Zugang zu dem Gebäude zu gewährleisten, sagte Franz. In dem Gebäude wird sich neben den öffentlichen Toiletten ein Veranstaltungsraum befinden. Außerhalb soll zudem ein Biergarten entstehen.

Die neue Konzerthalle des Schlachthofs und der Wasserturm stellten zukünftig zwei wichtige Anlaufpunkte für Kultur dar, erklärte Scholz. Die Kulturdezernentin teilte mit: „Mit der Neugestaltung des Geländes erhält der Publikumsmagnet Schlachthof eine attraktive Umgebung.“

Grills wie in Australien

Im Mittelpunkt des zweiten Bauabschnitts, der für 2015 und 2016 vorgesehen ist, steht der Abriss der alten Schlachthofhalle. Die dort noch genutzten Räume werden in den Wasserturm verlagert. Der Abriss muss laut einer Verfügung der Bauaufsicht bis März nächsten Jahres erfolgen. Dafür ist ein Budget von 660.000 Euro eingeplant. Ein Teilstück der alten Schlachthof-Fassade soll, wenn möglich, erhalten werden. Diese könnten Sprayern nutzen, aber auch Basketballer oder Kletterer.

„Der Park wird voraussichtlich eher jüngere Menschen ansprechen“, vermutete Dezernent Franz. Zudem entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofs ein Gebäude, das unter anderem die Gärtnerunterkunft beherbergt, da der derzeitige Standort in den Reisinger Anlagen aufgrund des Neubaus der Rhein-Main-Hallen aufgegeben wird. Das Konzept sieht mögliche Synergie-Effekte für die Pflege der Grünflächen vor. Zusätzlich ist ein Parkplatz für bis zu 42 Fahrzeuge geplant.

Im Kulturpark sollen auch sogenannte Soundstelen entstehen. In diese sind Lautsprecher integriert, die etwa mit einer drahtlosen Verbindung per Mobiltelefon aktiviert werden können. Durch die regulierbare Lautstärke soll übermäßiger Lärm verhindert werden. Zudem sind feste Grillstationen nach dem „australischen Prinzip“ eingeplant. Dabei handelt es sich um Elektrogrills, die sich nach dem Geldeinwurf für eine gewisse Zeit erhitzen. Dadurch soll die Brandgefahr minimiert werden. Wie die gesamte Anlage seien auch diese Installationen sehr robust, um im Kulturpark auch Großereignisse zu planen, sagte Franz: „Wir wollen, dass dort Veranstaltungen wie ‚Folklore im Garten‘ stattfinden können.“

Um möglichst alle Bedürfnissen gerecht zu werden, führten die Beteiligten im Vorfeld drei Workshops durch, deren Ergebnisse in das Gesamtkonzept miteinflossen. Zu ihnen gehörten Anrainer wie die Murnau-Stiftung, Institutionen wie Feuerwehr und Polizei sowie Personen vor Ort wie Skater und Veranstalter. „Wir sind grundsätzlich sehr zufrieden mit dem Konzept und freuen uns, dass die Entwicklung des Kulturparks weitergeht“, sagte Sebastian Schnurr von der Murnau-Stiftung. Auch Dezernent Franz ist froh: „Es wird eine hochattraktive Außenfläche sein.“

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