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Der Wollnashorn-Knochen ist etwa 600 000 Jahre alt.

Wiesbaden

Knochen von Ur-Nashorn entdeckt

  • vonDiana Unkart
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Bei Bohrungen in Wiesbaden sind Arbeiter in neun Metern Tiefe auf fossile Tierknochen gestoßen - sie sind etwa 600.000 Jahre alt. Die Funde werden demnächst ausgestellt.

Bei Grabungarbeiten auf dem Gelände des Wiesbadener Dyckerhoff-Bruchs sind Knochenreste urzeitlicher Tiere, darunter das Knochenfragment eines Wollnashorns, entdeckt worden. Das teilt Eswe Versorgung mit.

Mitarbeiter des kommunalen Unternehmens fanden die fossilen Knochen in neun Meter Tiefe. Eine Fachfirma, die die Bohrungen begleitete, sicherte die Funde und übergab sie der Abteilung Hessen-Archäologie im Landesamt für Denkmalpflege.

Deren Experten fanden heraus, dass es sich bei den Knochen unter anderem um die Überreste eines Urzeitrindes und eines hirschartigen Tieres handelt. Größter Fund ist der Oberarmknochen eines ausgestorbenen Nashorns – vermutlich eines Wollnashorns. Die Tiere lebten während des Mittel- und Jungpleistozäns vor Hunderttausenden Jahren auch in Westeuropa. Sie verschwanden am Ende der letzten Eiszeit.

Nach Angaben von Archäologe Frank Lorscheider treffen an der Fundstelle zwei geologische Schichten aufeinander: Eine mit Kalken aus dem Mainzer Becken, wo vor 22 Millionen Jahren ein Meer mit Haien und Robben existierte. Über der Kalkschicht lagern sogenannte Moosbach-Sande, die circa 600 000 Jahre alt und weltweit bekannt als Fundort für Großsäuger sind. In dieser Schicht fanden die Arbeiten die Knochen des Urnashorns.

Das Land überlässt die Knochen Eswe als Leihgabe. Das Unternehmen möchte sie, ergänzt um Informationen über die Grabung, den Fundort und das Wollnashorn, öffentlich präsentieren, zum Beispiel im Energie-Center.

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