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Kinder der Wiesbadener Niemöller-Schule sammeln den meisten Technikschrott

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Von: Madeleine Reckmann

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Ein Hurra auf den Sieg: Die Kinder der Klasse 5.4 der Martin-Niemöller-Schule und ihre Lehrerinnen freuen sich.
Ein Hurra auf den Sieg: Die Kinder der Klasse 5.4 der Martin-Niemöller-Schule und ihre Lehrerinnen freuen sich. © Michael Schick

Erster Platz bei Wettbewerb gewonnen . „Die alten Leute haben den Keller voller Elektrogeräte.“

Das spannendste Stück Elektroschrott sei ein elektrischer Heizkörper mit Rollen gewesen, sagt eine Schülerin der Klasse 5.4 der Martin-Niemöller-Schule. Das Teil sei so schwer gewesen, dass die Mutter eines Mitschülers beim Transport helfen musste.

Die Ausbeute der Schrottsammelaktion „E-Waste Race“, an der sich die fünf Kinder im Alter von zehn und elf Jahren beteiligt haben, gleicht dem Angebot einer Elektroabteilung eines Großhändlers, nur dass die Sachen ausrangiert wurden: Kaffeemaschinen, Zitronenpressen, sieben Staubsauger, Spielkonsolen, Toaster, 13 PC-Monitore, etliche Tastaturen und mindestens 40 Handys. Insgesamt sammelten die Kinder 1060 Teile Elektroschrott. Diese stolze Zahl macht sie zu Siegerinnen und Siegern des ersten E-Schrott-Sammelwettbewerbs in Hessen, dicht gefolgt von der Theißtalschule in Niedernhausen, die fast genauso viele Teile zusammenbekam. Die Kinder gewinnen einen Ausflug zum Wissenschaftsmuseum Experiminta in Frankfurt.

Die Idee zur Aktion hatte sich die Initiative „Das macht Schule“ aus den Niederlanden abgeguckt und gemeinsam mit der Globus-Stiftung umgesetzt. Die hessische Umweltministerin Priska Hinz ist Schirmherrin. Sieben Schulen in Wiesbaden und Umgebung beteiligten sich, gemeinsam kommen sie auf 8307 gesammelte Teile. „Manche Firmen machen zu viele Produkte, man braucht gar nicht so viel“, hat Schülerin Lilly Wink gelernt. Ein Handy etwa könne man viele Jahre benutzen. Lisa van Lon hat festgestellt, dass vor allem ältere Menschen die Keller voller alter Elektrogeräte hätten.

Die Altgeräte, die die Kinder in ihren Familien und der Nachbarschaft zusammengetragen haben, werden nun in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt, statt auf dem Müll zu landen. Die Städtereinigung Meinhardt, die für den Globus-Markt in Wiesbaden Schrott entsorgt, kümmert sich um die fachgerechte Abgabe.

Die Preisverleihung fällt genau auf den Tag, an dem der Handel endgültig alle alten Elektrogeräte zurücknehmen muss, unabhängig davon, wo sie gekauft wurden. „Es ist gut, dass die Kinder lernen, wie wichtig Recycling ist und dass Abfall ein Schatz ist, den es zu heben gilt“, erklärt Petra Meyer-Ziegenfuß, die im Umweltministerium das Referat Abfall leitet. Er enthalte Gold, Platin und andere Wertstoffe. Voraussetzung dafür sei, den Müll zu trennen. Lehrerin Humera Tariq-Shaheen freut sich darüber, dass die Kinder verstanden haben, dass „wir uns als Gesellschaft kümmern müssen“.

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