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Wiesbaden hat das Unternehmen WiCycle engagiert, das Passanten mit Elektro-Rikschas kostenfrei über den Rhein bringt.

Wiesbaden

45 Kilometer Stau bei Mainz

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Verkehrschaos auf den Autobahnen wegen der gesperrten Theodor-Heuss-Brücke.

Nachdem am Sonntag die Theodor-Heuss-Brücke von Wiesbaden nach Mainz wegen Sanierungsarbeiten gesperrt wurde, haben sich am Montag etwa 44 000 Autofahrer, die täglich dort den Rhein überqueren, andere Wege suchen müssen. Vor allen Dingen rund um Mainz ging am Morgen nichts mehr.

Die Weisenauer und die Schiersteiner Brücke, über die der Verkehr umgeleitet wurde, waren überlastet. Auf dem Mainzer Ring, der Autobahn 60, die zur Weisenauer Brücke führt, der A63 von Kaiserslautern sowie an der A643 zur Schiersteiner Brücke und der B9 entstanden nach Polizeiangaben insgesamt 45 Kilometer Stau. Bis zum Mittag ereigneten sich auf den Autobahnen und im Mainzer Stadtgebiet 20 Verkehrsunfälle, die die Polizei im Zusammenhang mit der Brückensperrung sieht. „Teilweise mussten Fahrzeuge abgeschleppt werden und so lange musste natürlich ein Fahrstreifen gesperrt werden“, sagte ein Sprecher. In einigen Fällen sei der Verkehr ganz zum Erliegen gekommen.

Der Berufsverkehr habe deutlich früher eingesetzt, schon um sechs Uhr sei viel los gewesen. Die Unfälle seien jedoch glimpflich verlaufen und es habe nur Blechschäden gegeben, sagte Joachim Zimmermann von der Polizei Mainz auf Anfrage. Er fügte an: „Bis Mittwoch wird sich die Verkehrssituation entspannen. Bis dahin haben die Leute ihre Wege gefunden.“

In der Wiesbadener Innenstadt und an den beiden Brückenaufgängen ist dagegen das befürchtete Verkehrschaos ausgeblieben. Im Kasteler Hochkreisel war es außerordentlich ruhig, die meisten Autofahrer folgten den Appellen, Umwege zu nutzen. „Wider Erwarten kam es zu keinem Stau und keinen Zwischenfällen“, sagt der Leiter des Wiesbadener Straßenverkehrsamts Winnrich Tischel erleichtert und zog sogleich am Vormittag drei der sechs Beamte vom Kreisel ab. Er war davon ausgegangen, dass mehr Autofahrer versuchen würden, die Brücke zu nutzen. Nur eine der vier Fahrspuren ist geöffnet. Sie ist für Linienbusse, Taxen, Notärzte, die Polizei und zu festgelegten Terminen für einige Fastnachter reserviert. Zweiräder und Fußgänger können die Brücke über die Radwege überqueren.

Auch auf der Mainzer Seite sind die Verantwortlichen zufrieden. „Die Absperrung funktioniert, es kam zu keinem Rückstau“, zieht Michael Theurer, Sprecher der Mainzer Stadtwerke, eine erste Bilanz. Die Busse der Mainzer Mobilität und der Wiesbadener Verkehrsgesellschaft Eswe haben die Brücke störungsfrei passieren können. Das Fahrgastaufkommen auf Wiesbadener Seite bezeichnet Eswe-Sprecher Christian Giesen für einen Montag nach Ferienende als normal. Sollten mehr Menschen Bus fahren, setzen die Verkehrsgesellschaften weitere Busse ein. (mit dpa)

Anders Pendeln

Die Theodor-Heuss-Brücke  ist bis voraussichtlich Mitte Februar gesperrt. Autofahrer müssen auf die Weisenauer Brücke und die Schiersteiner Brücke ausweichen. Die 56 Topflager zwischen Fachwerk und Fahrbahn müssen ausgetauscht werden.

Die Verkehrgesellschaften  Mainz und Wiesbaden bieten für die Zeit ein Brückenticket an. Nutzer können sechs Wochen Bus fahren und brauchen nur vier Wochen zahlen. Nutzer des Fahrradvermietsystems ESWE Verkehr meinRad erhalten bei Eingabe des Promocodes „BRUECKE2020“ ein Guthaben über 15 Euro geschenkt.

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