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Keiner findet den Wohnmobil-Platz

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Der Sommer naht, die Wohnmobil-Saison beginnt. Doch wer in Wiesbaden einen Stellplatz sucht, braucht Glück und Geduld. Die Betreiber sehen die Schuld bei der Stadt. Von Ralf Munser

Von Ralf Munser

Auf dem Gelände in der Wörther-See-Straße 29 in unmittelbarer Nähe zum Kallebad können Touristen, die mit einem Wohnmobil unterwegs sind, ihre Fahrzeuge abstellen. Auf dem rund 6000 Quadratmeter großen Areal ist Platz für bis zu 50 Reisemobile. Allerdings: "Viele finden uns nicht", klagen die Betreiber Claudia und Steffen Schmidt sowie ihr Partner Markus Tönnessen. Das Kernproblem sei die fehlende Beschilderung. "Uns fehlt die Unterstützung von der Stadt", so Tönnessen. Schon an den Autobahnausfahrten müsste auf den Reisemobilhafen hingewiesen werden, wünschen sich die Betreiber. Am Mittwochabend informierten sich Oberbürgermeister Helmut Müller und Wirtschaftsdezernent Detlev Bendel (beide CDU) über die Situation.

Eröffnet worden ist der Reisemobilhafen Ende des Jahres 2008. Mittlerweile sind eigene Toiletten und Duschen kurz vor der Fertigstellung. In einem Pavillon liegen Informationen über die Stadt, Ausflugsziele und Veranstaltungen aus. "Angedacht", so Claudia Schmidt, sei später auch mal eine Art Bistro mit Bewirtung. Nutzer zahlen zurzeit 12 Euro pro Tag für einen Stellplatz. Die Auslastung liegt den Angaben nach bei an die zehn Prozent.

Die Idee zum Bau eines Wohnmobil-Stellplatzes kam den Schmidts, weil sie selbst leidenschaftlich gern mit einem Wohnmobil durch die Länder reisen. "Wir haben unser eigenes Wohnmobil schon seit 20 Jahren", so Claudia Schmidt. Doch Anlaufplätze für Wohnmobilfahrer seien in Städten noch die Ausnahme - "und Wiesbaden fehlte das auch". Dabei könnten die Kolosse in Städten kaum abgestellt werden: Parkhäuser und Tiefgaragen seien zu eng, und die Schranken auf Parkplätzen lassen nur kleinere Gefährte durch.

Verdienen werden die drei Betreiber wohl die ersten paar Jahre nichts, vermutet Tönnessen. Einen sechsstelligen Betrag hat der selbstständige Landschaftsbauer und Gartengestalter Schmidt mit seinen Partnern in das Projekt gesteckt, hat Gestrüpp und Büsche gerodet und Leitungen verlegen lassen. Zudem ist die Wiese in der Nähe des Kallebads von der Stadt für zehn Jahre gepachtet.

"Es ist prima, dass es so etwas in unserer Stadt gibt", sagte Müller am Mittwochabend. Und Wirtschaftsdezernent Bendel sagte: "Wir werden prüfen, was bei der Beschilderung machbar ist. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg."

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