1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Wiesbaden

"Keine Grundlage für die Behauptungen"

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Klinikdezernent Arno Goßmann (SPD) und das städtische Gesundheitsamt sehen keine Hygienemängel in den Horst-Schmidt-Kliniken.

Im Gesundheitsausschuss kamen Klinikdezernent Arno Goßmann (SPD) und der Vize-Gesundheitsamtsleiter Lothar Wendel zwar nicht zu Wort, doch der Frankfurter Rundschau sagten sie, dass die vom Bündnis für eine kommunale HSK aufgelisteten Hygienemängel „Behauptungen sind, für die es keine Grundlage gibt“. Laut Wendel werden alle Akutkrankenhäuser vom Gesundheitsamt kontrolliert und seien „aus infektionshygienischer Sicht in einem guten Zustand“.

So sei die neue Einwischmethode an den Horst-Schmidt-Kliniken, bei der der Boden nicht mehr trocken nachgewischt werden muss, „viel hygienischer“, sagte Wendel. Vorausgesetzt, die Putztechnik werde richtig angewendet. HSK-Beschäftigte berichteten indes, dass Putzfrauen die zentral mit Desinfektionsmitteln getränkten Bezüge und Lappen mit Wasser befeuchteten, weil ihnen die Tücher zu trocken vorkämen. „Dann stimmt die Dosierung natürlich nicht mehr“, räumt Wendel ein. Die Putzfrauen sollten sich bei Problemen aber an ihre Vorgesetzten wenden, statt eigenmächtig zu handeln.

Der Vizegesundheitsamtsleiter vermutet, dass die Putzfrauen, die Umstellung von klatschnassen auf vorgetränkte Lappen schwerfalle. Trotzdem würde die Einwischmethode das Verschleppen von Keimen von Zimmer zu Zimmer verhindern, da jeder Raum mit einem neuen Lappen gereinigt werde. Schon die frühere HSK-Geschäftsführung habe 2011 die Einwischmethode wegen der vielen Vorteile einführen wollen. „Das scheiterte aber an den Kosten von 60.000 Euro“, sagte Goßmann. Nach dem Teilkauf habe die Rhön Klinikum AG das Geld investiert.

Denn die Putztechnik sei um „circa 20 Prozent schneller“, sagte Goßmann weiter. Auf Berichte von Insidern, das Arbeitspensum der Putzfrauen sei verdoppelt worden, ging er nicht ein.

Die Beobachtungen, dass täglich schmutzige Betten neben frisch bezogenen auf den Fluren parkten, die Aufzüge blockierten und die Zahl infektiöser Patienten steige, wies Goßmann zwar als „objektiv falsch“ zurück. Doch die Berichte, dass das Bettenteam verkleinert worden sei und deshalb die Arbeit kaum bewältigen könne, kommentierte er nicht. (byb.)

Auch interessant

Kommentare