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"Kein Tausch mit Rhein-Main-Halle"

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So soll es einmal aussehen - Modell für das Wiesbadener Stadtmuseum.
So soll es einmal aussehen - Modell für das Wiesbadener Stadtmuseum. © Privat

Die Architekten des Stadtmuseums warnen OB Müller vor einem Platztausch mit der Rhein-Main-Halle. Der Entwurf für das 25-Millionen-Projekt ist schon fertig. Von Sabine Müller

Von Sabine Müller

Der von Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU) im Interview der Frankfurter Rundschau vorgeschlagene Standorttausch von Stadtmuseum und Rhein-Main-Halle stößt im Berliner Architektenbüro Töpfer-Bertuleit auf Widerspruch. Die Planer sind von der Standortdiskussion direkt betroffen. Sie hatten 2007 den internationalen Wettbewerb zum Neubau des Stadtmuseums gewonnen und wollen ihren Entwurf realisieren.

Aus städtebaulicher und stadtplanerischer Sicht sei vom Bau einer "Kongresshalle mit Großvolumen" auf dem für das Stadtmuseum vorgesehenen Parkplatzgelände an der Wilhelmstraße dringend abzuraten, heißt es in einer Stellungnahme. Ein so dominanter Baukörper an dieser Stelle werde sich in die Umgebung nicht einfügen und als "isolierter Fremdkörper sämtliche Maßstäbe sprengen. "

Ein 20-köpfiges Planerteam sitze seit zwei Jahren an dem Gebäudeentwurf für das Museum und entwickele diesen unermüdlich weiter, heißt es in der Erklärung. Das Projekt sei in einer Phase, in der sämtliche den Bau betreffenden Parameter geklärt und in einen ausführungsreifen Entwurf eingearbeitet seien. Das Büro erinnert daran, dass bereits im Wettbewerbsverfahren vor drei Jahren die 40 Teilnehmer aufgefordert worden seien, städtbauliche Leitideen für das Quartier an der Wilhelmstraße/Ecke Rheinstraße aufzuzeigen - unter bewusster Einbeziehung der Grundstücke von Dresdner Bank und Parkhaus Rhein-Main-Halle.

Ergebnis des Verfahrens sei es gewesen, dass das Areal in erster Linie "unter dem Aspekt der städtebaulichen Maßstäblichkeit" entwickelt werden muss und sich Neubauten in Form "kleinteiliger und differenzierter Bebauungsstrukturen" sensibel in die Umgebung einfügen müssten.

Der Stadtmuseumsentwurf von Töpfer-Bertuleit habe den Wettbewerb unter anderem deshalb gewonnen, weil er "als moderner Stadtbaustein" zwischen der geschlossenen Blockrandbebauung des historischen Fünfecks im Westen und der grünen Villengegend im Norden und Osten vermittle. Für die Wiesbadener wäre es bedauerlich, wenn das Stadtmuseum "dem Gerangel um den Standort" zum Opfer falle, sagen die Planer.

Das sieht auch Kulturdezernentin Rita Thies (Grüne) so. "Die ganze Diskussion ist absurd", sagte sie der Frankfurter Rundschau. Der Neubau des Stadtmuseums samt Standort sei beschlossen und Bestandteil des Koalitionsvertrags zwischen CDU und FDP. Die Architektur sei auf den Ausstellungs-Inhalt zugeschnitten. Wer am Neubau rüttele, werfe Vorarbeiten im Wert von bisher 3,5 Millionen Euro in den Mülleimer.

OB Müller hatte aus Kostengründen statt eines Neubaus den Einzug des Stadtmuseums in die Rhein-Main-Halle vorgeschlagen. "Das geht nicht", sagt Thies. Wenn die Halle zu alt für Veranstaltungen sei, tauge sie auch nicht als modernes Museum. Ein attraktiver Umbau werde für die Stadt viel teurer als der Neubau. Die Kosten für den Stadtmuseumsbau liegen laut Thies nach Umplanungen bei aktuell 25,7 Millionen Euro. Das seien 6,3 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant.

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