Rhein-Main-Hallen

"Kein Gemauschel"

WIM-Geschäftsführer klärt Auftragsvergabe

Wochenlang hatte Dezernent Detlev Bendel (CDU) den Verdacht der Mauschelei geschürt, weil er Fragen zur Auftragsvergabe für die Werbekampagne zum Neubau der Rhein-Main-Hallen nicht beantworten wollte. Im Revisionsausschuss am Mittwochabend kam er gegenüber den Stadtverordneten seiner Auskunftspflicht dann doch nach.

Bendel nannte die Triwicon, Eigenbetrieb für Messe, Kongress und Tourismus, als Auftraggeber. Das Stadtparlament hatte sie 2010 mit der Betreuung des Hallenneubaus beauftragt und dafür eine Million Euro bereitgestellt.

Die Triwicon habe wiederum die städtische WIM (Wiesbadener Immobilienmanagement GmbH) beauftragt, drei Angebote einzuholen. „Wir hätten auch direkt an eine Firma vergeben dürfen“, sagte Bendel. Schließlich habe das Auftragsvolumen unter der für städtische Betriebe ausschreibungspflichtigen Grenze von 200?000 Euro gelegen.

Nur zwei der drei angeschriebenen Firmen hätten ein Angebot abgegeben, und die Lenkungsgruppe habe sich einstimmig für die Wiesbadener Agentur RCC entschieden. Der Lenkungsgruppe gehören neben Bendel Baudezernentin Sigrid Möricke (SPD), ein Vertreter der Kämmerei sowie Kurhaus-Direktor Henning Wossidlo an.

WIM-Geschäftsführer Torsten Tollebeek sagte der FR, dass er die drei Kommunikationsagenturen ausgesucht habe. RCC sei darunter gewesen, weil die Agentur schon bei dem Dialog über die Zukunft der Horst-Schmidt-Kliniken „gute Arbeit“ geleistet habe. Den Zuschlag habe RCC bekommen, weil sie das „beste und günstigste Konzept“ abgegeben hätten.

Tollebeek stellte klar, dass die Lenkungsgruppe auf Empfehlung der zehnköpfigen Projektsteuerungsgruppe den Auftrag für die Werbekampagne direkt an RCC erteilt habe. RCC habe zuvor einen Auftrag zur „Konzepterstellung“ erhalten, und dafür habe er die drei Angebote eingeholt. Als das Parlament die endgültigen Details der Bürgerbefragung sowie des Expertenhearings und der Öffentlichkeitskampagne beschloss, habe die Lenkungsgruppe auch wegen des Zeitdrucks diese Folgeaufträge direkt an die mit der Materie bereits vertraute Agentur RCC vergeben.

Zu dem Verdacht der Mauschelei, weil der CDU-Stadtverordnete Hans-Martin Kessler früher bei RCC tätig war und seine jetzige Agentur familiär und räumlich eng mit RCC zusammenhängt, sagte Tollebeek: „In die Vergaben war er nie involviert – weder als Bauausschussvorsitzender noch als Mitglied der Triwicon-Betriebskommission.“ (byb.)

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