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Kampf gegen Wohnungsnot

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Von: Christina Franzisket

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In der hessischen Landeshauptstadt fehlt es an bezahlbarem Wohnraum – vor allem für Mieter mit kleinem Einkommen.
In der hessischen Landeshauptstadt fehlt es an bezahlbarem Wohnraum – vor allem für Mieter mit kleinem Einkommen. © Reuters

Bis 2021 sollen in Wiesbaden 1300 neue Wohnungseinheiten auf Flächen der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GWW entstehen. Ingesamt 3000 Haushalte sind derzeit in der Landeshauptstadt als wohnungssuchend gemeldet.

Wiesbaden zählt im Bezug auf die Miethöhe zu den teuersten Großstädten Deutschlands. Das hat kürzlich das städtische Amt für strategische Steuerung mitgeteilt. Für Bürgermeister und Sozialdezernent Arno Goßmann (SPD) ist das aber nichts Neues. Das Fehlen preisgünstigen Wohnraums belastet schließlich auch die Stadtkasse: „Wir haben im vergangenen Jahr 110 Millionen Euro an Wohnkosten für Leistungsbezieher ausgegeben“, sagt Goßmann.

Insgesamt seien 3000 Haushalte in Wiesbaden als wohnungssuchend gemeldet. Wegen der großen Wohnungsnot hat Goßmann, in seiner Funktion als Vorsitzender des Aufsichtsrats der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GWW, gemeinsam mit den beiden Geschäftsführern der Gesellschaft, Xaver Braun und Stefan Storz, Ende des vergangenen Jahres eine regelrechte Neubau-Offensive beschlossen: „Wir vollziehen damit einen Paradigmenwechsel“, sagt Goßmann. Anders als zuvor liege jetzt der Schwerpunkt der GWW nicht mehr auf der Sanierung vorhandenem Wohnraums, sondern auf dem Neubau von insgesamt 1300 Einheiten auf GWW eigenen Flächen: „Wir müssen uns dafür nicht auf dem Grundstücksmarkt umsehen, sondern können uns frei Haus an eignenen Flächen bedienen“, sagt Goßmann.

Braun beschreibt den aktuellen Stand: „208 Einheiten sind bereits in Bau, 300 befinden sich im Genehmigungsverfahren“, sagt er. Die Fläche für weitere 700 bis 800 Einheiten sei bereits ausgemacht. Das ganze Bauprogramm werde die GWW rund 200 Millionen kosten, schätzt Braun: „Das bringt uns an die Grenzen, was wir personell und wirtschaftlich leisten können.“

Günstige Mieten versprochen

Der Wohnungsbau werde zu rund zwei Dritteln öffentlich gefördert, durch Darlehn von Stadt und Land. Damit unterliegen die Wohnungen der Auflage, dass sie in der Miete rund zehn Prozent unter dem mittleren Mietspiegel liegen müssen. „Das wären rund 6 bis 6,50 Euro pro Quadratmeter“, schätzt Goßmann. Doch auch die anderen, nicht geförderten Einheiten, deren Miete rund 10,50 Euro betragen müsste, um wirtschaftlich arbeiten zu können, sollen laut Goßmann günstiger angeboten werden: „Sie werden durch die GWW subventioniert und sollen den Mittelwert des Mietspiegels nicht überschreiten.“

So soll sozialer Wohnraum, aber auch Wohnraum für Studenten und Menschen mit kleinen Einkommen geschaffen werden. „Für diese Menschen wurde in der Vergangenen viel zu wenig neu gebaut“, sagt Goßmann.

Um das riesige Vorhaben finanziell stemmen zu können, müsse die GWW jedoch einen Teil des eignenen Wohnungsbestandes als Eigentumswohnungen veräußern, räumt Geschäftsführer Braun ein.

Insgesamt besitzt die Gesellschaft im Stadtgebiet und in den Ortsbezirken 14.000 Einheiten mit 140.000 Wohnungen.

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