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Ein Kalender mit 13 Blättern

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Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen zeigt die Vielfalt der Gemeinden

Von Michael Grabenströer

Yared Tsehage von der äthiopisch-orthodoxen Tewahido Kirche freut sich über den Hinweis im neuen Wiesbadener Kirchenkalender 2012 auf seine kleine christliche Gemeinschaft. Sie hat nur einige Dutzend Mitglieder. „Migration ohne Glaube gibt es nicht“, sagt das Gemeindemitglied. Die Migranten seien in einem christlichen Land angekommen und hätten dort ihren mitgebrachten christlichen Ritus in ihrer eigenen Gemeinde weiterleben können. Das sei gut für die Identität der Gemeinde gewesen, findet er. Die anderen christlichen Kirchen in Wiesbaden stellten Räume für Gottesdienste zur Verfügung, bis heute sei die Tewahido-Kirche auf diese Gastfreundschaft angewiesen. Mit dem erstmals aufgelegten Kalender will die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) auf die Vielfalt des in der Stadt gelebten Christentums aufmerksam machen.

ACK hat 13 Mitglieder

Denn die Zeiten, als man die Christen allein in Katholiken, Protestanten und einige Freikirchen aufteilen konnte, seien vorbei, sagt Pfarrer Klaus Endter vom ACK-Vorstand.

In der Arbeitsgemeinschaft sind in Wiesbaden 13 christliche Kirchen zusammengeschlossen. Von den Alt-Katholiken bis zur syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien. Entsprechend hat der Kalender auch 13 Monatsblätter – er reicht vom Januar 2012 bis einschließlich Januar 2013.

1984 sei die ACK gegründet worden, berichtet Geschäftsführer Stephan Arnold. Die Gründung war eine Antwort auf die Migrationsbewegung, die viele Christen aus anderen Kirchen im Ausland nach Wiesbaden geführt hat. Die „Vielfalt der christlichen Kirchen vor der Haustür zu entdecken“, nannte Arnold ein Motiv für den Druck des Kalenders 2012.

Vertreten in der ACK sind auch die Heilsarmee, die anglikanische Kirche und die assyrische Kirche des Ostens, die Methodisten, und die evangelische und die katholische Kirche. Der Kalender soll ein Brückenschlag sein, meint Endter. Die Rückseiten der Kalenderblätter vermitteln kurze Informationen über die Geschichte der Kirchen, Besonderheiten und jeweils Kontaktadressen. „Ein Baustein“ solle er sein, meinte Endter, um einen ersten Blick auf die Bandbreite der christlichen Kirchen und ihre Gemeinden in der Landeshauptstadt zu ermöglichen.

Gestaltet hat den Kalender „ACK-Kirchen in Wiesbaden 2012“ die Grafikerin Isabelle Giebeler, er erscheint in einer Auflage von 1500 Exemplaren.

Erhältlich ist er an der Pforte im Roncalli-Haus, Friedrichstraße 26 bis 28, oder in Wiesbadener Buchhandlungen. Der Kirchenkalender kostet 6.50 Euro.

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