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Wiesbaden

Joho macht eine Million Gewinn

  • Arne Löffel
    VonArne Löffel
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Der Jahresabschluss am Josefs-Hospital fällt 2014 positiv aus - ein Erfolg angesichts der Defizite in vielen Kliniken in der Region. Doch höhere Kosten bedrohen die Bilanz.

Das Josefs-Hospital (Joho) blickt auf ein solides Geschäftsjahr 2014 zurück, an dessen Ende ein Plus von voraussichtlich einer Million Euro steht. Darüber freuten sich Geschäftsführer Martin Bosch und Philipp Magel, Vorsitzender des Stiftungsverwaltungsrates, gestern bei einer Pressekonferenz in den Joho-Verwaltungsräumen.

Angesichts des desaströsen finanziellen Zustands anderer Kliniken in der Region führt Magel den wirtschaftlichen Erfolg seines Hauses darauf zurück, dass das Joho eben „in jeder Tätigkeit eine Sekunde besser“ als die Mitbewerber sei. Das lasse sich zum Beispiel an den Neueinstellungen messen. 64 neue Arbeitsplätze, so Bosch, seien geschaffen worden. Bei der Personalauswahl profitiere das Joho auch vom Abfindungsprogramm der wirtschaftlich schwer angeschlagenen Horst-Schmidt-Kliniken (HSK), so Magel. „Es kommen bei weitem nicht alle neuen Mitarbeiter von den HSK, aber einige sind dabei“, sagt Bosch.

Umwandlung der Rechtsform in eine Stiftung

Eine tiefgreifende Neuerung musste das Joho im vergangenen Jahr über sich ergehen lassen: die Umstrukturierung vom Filialinstitut der Armen Dienstmägde Jesu Christi hin zu einer öffentlichen Stiftung. „Da der Konvent der Armen Dienstmägde Jesu Christi aus dem Joho verabschiedet wurde, entsprachen wir der Satzung des Hauses und haben das Joho in eine zeitgemäße Rechtsform überführt“, so Magel. 160 Jahre waren die Schwestern aktiv, die aber immer noch Ehrenmitglieder des Aufsichtsrats sind.

Der Patient, so Bosch und Magel einhellig, soll von diesen Veränderungen nichts mitbekommen. „Natürlich macht eine Schwesterntracht auf dem Gang einen gewissen Eindruck. Nicht nur auf die Patienten, sondern auch auf die Kollegen“, so Magel. Schwester Christa, eine der letzten Schwestern am Joho, sei nicht nur allseits beliebt, sondern auch eine Autorität gewesen – vor allem bei Fragen der Belegung der insgesamt 459 Betten.

Auch während der anstehenden Umbauarbeiten soll laut Bosch die Zahl der Betten konstant bleiben. Dafür haben sich die Verantwortlichen einen ausgefuchsten Plan zurechtgelegt: Auf einem freien Baufeld neben der derzeitigen Klinik soll zunächst ein Interimsbau errichtet werden, der mit einem langen Gang, intern bereits „Löwengang“ bezeichnet, an das Medicum angebunden werden soll. „Wir werden keine Kapazitätseinbußen haben. Unsere Einschränkung sind längere Wege – und der Baulärm“, sagt Bosch. Schon in diesem Jahr sollen die ersten Arbeiten für die Interimsbauten, im Jahr 2016 die eigentlichen Bauarbeiten beginnen.

Vom Land Hessen benachteiligt

Hinsichtlich der Finanzierung sind Magel und Bosch mittelprächtig zufrieden. Das Land hat dem Joho eine Darlehensförderung in Höhe von 20 Millionen Euro zugesagt – gestreckt auf zehn Jahre. Das bedeutet laut Bosch, dass das Joho einen Kredit in Höhe von 20 Millionen Euro aufnehmen muss, der de facto vom Land getilgt wird. Auf den Zinsen bleibt das Joho laut Bosch sitzen. „Das Krankenhausfinanzierungsgesetz hat bei uns also nicht so richtig funktioniert. Anscheinend hat das Land nicht so viel Geld“, kritisiert Bosch.

Magel betont, dass der 130 Millionen Euro schwere Finanzierungsplan durchaus auf Kante genäht sei: „Wir gehen hierbei davon aus, dass die steigenden Personalkosten auch durch steigende Fallpauschalen abgefedert werden. Derzeit ist das allerdings nicht der Fall. Einer Tariferhöhung von vier Prozent steht eine Erhöhung der Fallpauschale von lediglich zwei Prozent gegenüber.“ Sollte sich die Schere weiter öffnen, drohten dem Joho Geldsorgen.

Ganz so positiv sei die verdiente Million zum Jahresende demnach nicht zu bewerten. „Die Erträge schrumpfen schon jetzt aufgrund der geringen Fallpauschalen: von 3,87 Millionen Euro im Jahr 2013 auf 0,76 Millionen in 2013 und trotz gesteigerter Fallzahlen auf eine Million in 2014“, berichtet Magel.

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