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Jahnschule sucht Schulhofpaten

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Von: Ute Fiedler

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Weil die Stadt vieles nicht bezahlt, müssen die Fördervereine der Schulen kreativ sein. Schuldezernentin Scholz (CDU) weiß, dass die Vereine auch oft an ihre Grenzen stoßen. Wiesbaden will sich daher um „Pakt für den Nachmittag“ bewerben.

Not macht erfinderisch. Angesichts klammer Kassen werden vor allem die Fördervereine der Wiesbadener Schulen kreativ, um das ein oder andere Herzensprojekt umsetzen zu können, das im Etat der Schuldezernentin nicht vorgesehen ist.

So kümmern sich die Mitglieder des Fördervereins der Jahnschule beispielsweise seit Längerem mit vereinten Kräften um die Umgestaltung des Schulhofs. Grau ist er und trist. Nur ein in die Jahre gekommenes Klettergerüst findet sich dort.

Das Konzept für die Umgestaltung steht. Etwa 135 000 Euro werden benötigt – Mittel, die der Förderverein weitgehend selbst zusammentragen muss. Mehr als 55 000 Euro haben die Mitglieder bereits gesammelt. Jetzt haben sie eine neue Aktion gestartet.

Schulhofpaten heißt das Projekt. Unternehmen können eine Patenschaft für die Umgestaltung des Schulhofs übernehmen. Sie zahlen 150 Euro oder mehr und zeigen so soziale Verantwortung, erklärt Gesine Bonnet, Vorsitzende des Fördervereins. Im Gegenzug erhalten sie einen Aufkleber und werden in sozialen Netzwerken und dem Elternbrief bekannt gemacht. 13 Unterstützer habe man bereits gefunden. Einige andere hätten Interesse signalisiert, sagt Bonnet.

Wichtige Aufgaben

Seit Jahren kommt den Fördervereinen der Wiesbadener Schulen große Bedeutung zu. Sie kümmern sich nicht mehr nur um den Würstchenstand am Weihnachtsbasar, die Betreuung beim Wandertag oder eben die Umgestaltung eines Schulhofs. Die Mitglieder sind dafür zuständig, dass an vielen Wiesbadener die Nachmittagsbetreuung überhaupt funktioniert. „Misslich“ nennt Bonnet dies. „Ehrenamt ersetzt quasi eine staatliche Aufgabe“, kritisiert sie.

Diese Meinung teilt auch Christine Katzung, stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins der Hafenschule. Auch dort obliegt die Koordination der Nachmittagsbetreuung dem Verein. Besonders belastend sei, dass die Kinder der zweiten Klassen in einer Außenstelle unterrichtet werden, da der seit Jahren versprochene Neubau auf sich warten lasse. „So müssen die Betreuer nachmittags die Kinder abholen. Das ist nicht so einfach“, sagt Katzung.

Schuldezernentin Rose-Lore Scholz (CDU) weiß um die „wichtige“ Bedeutung der Fördervereine. Sie wisse auch, dass die Mitglieder oft an Grenzen stießen. Laut Scholz werde sich Wiesbaden für das Landesprogramm „Pakt am Nachmittag“ bewerben. Durch dieses solle eine verlässliche Betreuung am Nachmittag ermöglicht werden. Man wolle nicht, dass ein Förderverein, der sich die Koordination der Nachmittagsbetreuung nicht zutraut, diese Aufgabe übernehmen muss, sagt Scholz.

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