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Thomas Radke (l.) und Matthias Helfrich geben ihr Wissen an junge Unternehmen weiter.
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Thomas Radke (l.) und Matthias Helfrich geben ihr Wissen an junge Unternehmen weiter.

Wiesbaden

Investoren-Netzwerk will Wiesbadener Startup-Szene fördern

  • VonDiana Unkart
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Die Mitglieder von Inwi beraten und sorgen dafür, dass erfolgversprechende junge Unternehmen auf potenzielle Geldgeber treffen. Denn in Wiesbaden hätten es Start-ups oft noch schwer.

Matthias Helfrich ist seit vielen Jahren im Startup-Umfeld tätig. Als er in Berlin drei Unternehmern begegnete, die aus Wiesbaden stammten, aber in die Hauptstadt gegangen waren, um dort zu gründen, da reifte in ihm eine Idee. Die drei hatten ihm erzählt, dass sie sich unterem anderem für Berlin als Standort entschieden hätten, weil es dort Investoren gegeben habe, die bereit gewesen seien, die jungen Unternehmen in dieser Wachstumsphase zu finanzieren. In Wiesbaden hingegen nicht.

Helfrich traf zufällig auf Thomas Radke. Der hatte 30 Jahre lang in der Markenartikelindustrie gearbeitet, war zuletzt Vorstandsvorsitzender. Helfrich und Radke gehören zu den Gründungsmitgliedern und zum Vorstand des Investorennetzwerks Wiesbaden, kurz Inwi. Der Verein hat gerade seinen zweiten Geburtstag gefeiert und möchte, so steht es in der Satzung geschrieben, die Start-up-Szene in Wiesbaden fördern. „Wir wollen einen Beitrag leisten, dass sich die Stadt entwickelt und verjüngt“, sagt Helfrich. Deswegen sei Inwi auch regional ausgerichtet.

Vom Fernsehformat „Die Höhle der Löwen“, sagt er, könne man halten, was man wolle. Aber es habe für Aufmerksamkeit gesorgt – und dafür, dass ein breites Publikum sogenannte Business Angels kennenlernt. Das sind private Investor:innen, die in einer frühen Phase – lange bevor die jungen Unternehmen Wirtschaftlichkeit erreichen – Kapital, Wissen und Kontakte zur Verfügung stellen. Im Gegenzug werden sie am Unternehmenserfolg beteiligt.

Das Netzwerk

Das Investorennetzwerk Inwi ist im September 2019 gegründet worden.

Die Investor:innen interessieren sich für Unternehmen, die die Phase der Gründung erfolgreich bewältigt, bereits einen Kundenstamm und hohes Wachstumspotenzial haben.

Der Verein kooperiert mit den Hochschulen und übernimmt eine Mentoring-Funktion.

Perspektivisch soll, ähnlich wie beispielsweise in Mannheim, ein Beteiligungsfonds aufgelegt werden, der Start-ups finanziert. diu

Wiesbaden habe großes Potenzial, sagt Thomas Radke. Die Hochschulwelt sei bunt, die Lage hervorragend und die Lebensqualität hoch. Aber die Stadt befinde sich in einem Transformationsprozess. Jobs in einst etablierten Branchen verschwänden.

Damit neue Jobs mit Zukunft entstehen, braucht es nach Ansicht der Vereinsmitglieder ein Start-up-Ökosystem. Das entwickele sich in einer besonderen Atmosphäre. Zu ihr gehörten unter anderem Kultur und Nachtleben, Bildungseinrichtungen, eine Politik, die Gründungen fördere und deren Bedeutung erkenne, ein Kreativzentrum als Anlaufpunkt, wie es im Alten Gericht in der Wiesbadener Innenstadt geplant sei, und Investor:innen, die nicht nur das Risiko sähen, sondern auch Chancen erkennen.

Der Verein will Menschen, die sich vorstellen können, junge Unternehmen zu unterstützen, zusammenbringen. „Etabliertes Kapital für neue Ideen“, beschreibt es Thomas Radke. In Wiesbaden gebe es viele Leute, die nicht nur über Kapital, sondern auch über Wissen und wertvolle Kontakte verfügten. Dieses Potenzial werde bislang zu wenig genutzt. Die Mitglieder von Inwi wollen Ansprechpartner:innen sein, beraten, Gründerinnen und Gründern eine Bühne bieten und dafür sorgen, das erfolgversprechende Start-ups auf potenzielle Investor:innen treffen.

„Wir suchen Menschen, die zu uns passen.“ Wer passt, darüber entscheide nicht allein der Geldbeutel. „Es ist eher die Denkweise, die auf die es ankommt“, sagt Radke. Inzwischen zählt der Verein 29 Mitglieder, darunter erfolgreiche Wiesbadener Gründer:innen.

Dass Investitionen in Start-ups durchaus risikobehaftet sind, erlebten einige Vereinsmitglieder, die gemeinsam ein Wiesbadener Unternehmen mit einem sechsstelligen Betrag unterstützt hatten. Dessen Geschäftsidee scheiterte allerdings an der Corona-Pandemie. „Misserfolge stehen vor dem Erfolg“, sagt Matthias Helfrich, der gerade als Business Angel des Jahres nominiert ist, einer Auszeichnung unter Schirmherrschaft des Bundeswirtschaftsministers. Man dürfe nicht glauben, man investiere einmal und lande dann den Facebook-Treffer. Trotzdem: „Investieren macht glücklich.“ Das sei ein bisschen so wie spenden.

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