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Investor baut Sporthalle

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Platz der deutschen Einheit von oben.
Platz der deutschen Einheit von oben. © FR/Oeser

Drei Jahre lang hat Wiesbaden ganz Europa abgegrast, um einen Investor für das Areal am Platz der deutschen Einheit zu finden. Das ist der Stadt jetzt offenbar gelungen. Von Gaby Buschlinger

Von Gaby Buschlinger

Nach dreijähriger und europaweiter Suche ist er gefunden: Ein Investor, der auf dem Platz der deutschen Einheit zwischen Elly-Heuss-Schule und Faulbrunnenplatz den Bürokomplex samt Sporthalle für die Gymnasiasten und die Volleyballerinnen des VCW baut. Rund 50 Millionen Euro investiert der Geldgeber, über den Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU) keine Angaben machen darf. Schließlich sei der Vertrag noch nicht unterschrieben, und auch das Stadtparlament müsse noch zustimmen.

Die Magistratsmitglieder indes haben sich am Dienstag bereits für den Investor entschieden. Er habe das beste Finanzierungskonzept vorgelegt, sagte Müller. Und berief sich auf das von der Stadt beauftragte Finanzberatungsunternehmen Alfen Consult aus Weimar. Demnach sei es für die Stadt "erheblich günstiger", den Investor auch die Halle bauen und unterhalten zu lassen und diese für 30 Jahre zu mieten. Zahlen wollte Müller ebenfalls nicht nennen. Fest steht, dass die Stadt allein für den Bau der Sporthalle rund 17 Millionen Euro veranschlagt hatte.

Insgesamt passen für die Bundesliga-Spiele dank ausfahrbarer Tribünen 2200 Zuschauer hinein, für den Sportunterricht stehen dann drei Felder zur Verfügung. Auch wenn der Geldgeber erst jetzt gefunden ist, steht doch schon seit zwei Jahren fest, wie der schäbige Platz einmal aussehen soll. Nach massiver Kritik - die Stadtpolitiker überließen das Erscheinungsbild der Stadt allein dem Gutdünken der Investoren - hat sich die Rathausspitze für ein neuartiges Verfahren entschieden und einen Architektenwettbewerb ausgelobt. Den hatte das Berliner Büro Georg/Scheel/Wetzel gewonnen. Änderungen waren inzwischen nötig geworden, weil sich der Untergrund wegen der nahe gelegenen Faulbrunnenquelle als "Wackelpudding" entpuppt hatte.

Nun müssen die Halle und der sich zur Schwalbacher Straße hin anschließende Bürokomplex auf Pfähle gestellt werden. Der Investor müsse sich an den Entwurf halten, sagte Stadtentwicklungsdezernent Joachim Pös (FDP). Statt nur aufs Geld zu schielen, müsse dieser einen optisch anspruchsvollen Gebäudekomplex bauen. Allein die Fraktion der Bürgerliste nannte die Natursteinfassade mit den asymmetrischen Fenstern eine "Scheußlichkeit protziger Ödnis".

OB Müller sagte, mit der Neugestaltung des ebenso zentralen wie verlotterten Platzes, auf dem sich nur noch Trinker wohlfühlten, werde eine "klaffene Wunde" im Herzen der Stadt geschlossen. Die Spiele der Bundesliga-Handballer und Volleyballerinnen an den Wochenenden und Abenden würden die Innenstadt an dieser Stelle beleben - und die Trinker ein für alle Mal vertreiben.

Die Schwalbacher Straße wird bereits umgebaut, Busse und Autos fahren bald durch die Bleichstraße. Die Jugendverkehrsschule wird abgerissen. Die Stadtverordneten werden sich in einer Sondersitzung am 1. Juli mit dem Deal befassen.

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