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Internationale Nachbarschaftshilfe in Wiesbaden

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Von: Andreas Hartmann

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Das Kinderheim aus der Luft, noch ohne den neuen Flügel, der jetzt gebaut wird.
Das Kinderheim aus der Luft, noch ohne den neuen Flügel, der jetzt gebaut wird. © ifb-Stiftung Wiesbaden

Die IFB-Stiftung erhält Unterstützung von Internet-Unternehmen für Kinderheim und Hospiz in Südafrika.

Seit 2011 betreibt die Wiesbadener IFB-Stiftung ein Kinderheim und -hospiz in Südafrika. In den armen Townships leben Behinderte unter teils katastrophalen Bedingungen, die die einst aus einem Elternverein entstandene Stiftung mit heute rund 1200 Mitarbeiter:innen an 65 Standorten etwas lindern möchte. Jetzt hat das Projekt „Löwenmut“ unverhoffte Hilfe erhalten, direkt aus der Nachbarschaft im Stadtteil Erbenheim.

In der dortigen Bahnstraße sitzt nicht nur eine IFB-Geschäftsstelle, sondern hier ist auch das Internet-Unternehmen Yalwa zu finden, das mit seinen Webportalen Menschen in mehr als 50 Ländern vernetzt. „Dass Kinder im Jahr 2022 wegen einer körperlichen oder geistigen Behinderung versteckt, vernachlässigt oder abgeschoben werden, ist unerträglich“, sagt Anja Gapp-Binder, Mitglied der Yalwa-Geschäftsführung.

Dank des Unternehmens kann nun das Haus der Stiftung in Kilpriver südlich von Johannesburg bis 2023 um einen Flügel mit Platz für 14 Kinder erweitert werden. Insgesamt gibt es hier dann Raum für 70 behinderte Kinder und Jugendliche mit schweren Erkrankungen und Behinderungen. Es soll ein Ort zum Wohnen, Schlafen, Essen, Spielen sein, der auf Spenden angewiesen ist.

Staatliche Zuschüsse decken laut IFB nur 50 Prozent der anfallenden Pflegekosten. Die Hilfe lohnt sich aber. „Es ist unglaublich, welche Entwicklungssprünge diese Kinder machen, wenn man sie passgenau fördert und ihnen Liebe und Zuwendung gibt“, sagt Melissa Groh, die Geschäftsführerin der IFB-Stiftung.

Yalwa wolle sich nun auch langfristig für „Löwenmut“ engagieren, teilt das Unternehmen mit. Im Mai werde eine kleine Gruppe von Mitarbeitenden selbst nach Südafrika fliegen, zusammen mit Vertretern der IFB-Stiftung. „Uns war nach kurzem Austausch in der Geschäftsführung und dann im erweiterten Team klar, dass wir dieses Projekt unterstützen wollen. Wir haben 60 Mitarbeiter aus mehr als 25 Ländern. Uns kann gar nicht egal sein, wenn behinderte Kinder in den Townships Südafrikas sich selbst überlassen werden“, sagt Gapp-Binder.

Das Projekt sei auf große wie kleine Spenden angewiesen, sagt Groh. „Und wir sind dankbar für Menschen, die Freiwilligenarbeit leisten oder als Multiplikatoren unsere Projekte bekannter machen. Gemeinsam lässt sich so viel erreichen.“ aph

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