1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Wiesbaden

Innenstadt im Wandel

Erstellt:

Von: Mirjam Ulrich

Kommentare

Drei Diskussionsrunden und immer wieder ein Thema: das Walhalla-Theater in der Wiesbadener Innenstadt. Michael Schick
Drei Diskussionsrunden und immer wieder ein Thema: das Walhalla-Theater in der Wiesbadener Innenstadt. Michael Schick © Michael Schick

Neue Veranstaltungsreihe zur Zukunft der Stadt gestartet / Walhalla-Theater ist Thema

Sechs Jahre steht das Walhalla-Theater mitten in der Innenstadt bereits leer. Der Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes soll 2024 beginnen. Die Erwartungen an das künftige kulturelle Zentrum sind hoch – und inhaltlich unterschiedlich. Das zeigte sich auch in der Auftaktveranstaltung der neuen Reihe „Wiesbaden 2030 – Zukunftsdialog des Oberbürgermeisters“. Elf Teilnehmer:innen diskutierten in drei Runden über die „Transformation der Innenstadt“.

Als Ort für Tanz, Theater und Ausstellung könne das Walhalla-Theater eine zentrale Rolle für die Attraktivität der Innenstadt spielen, sagte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) in der ersten Gesprächsrunde „Walhalla – ein kulturelles Zentrum mit Strahlkraft?“ Allerdings führe „die Vorstellung, man müsste heute schon wissen, wie man den letzten Winkel nutzen wird, nicht weiter“, merkte er kritisch an. Wenn der Raum da sei, finde er eine Nutzung, weil er Kreativität freisetze.

Ähnlich argumentierte Marie Johannsen, Mitglied im Kulturbeirat: „Wenn die Kulturschaffenden sagen, wir können mit dem großen Raum nichts anfangen – es gibt in der Stadt sehr viele, die keinen Raum haben, aber damit etwas anfangen können.“ Kunst und Kultur müssen sich mit den Menschen in der Stadt beschäftigen, fand die Dramaturgin. Oberkonservatorin Henriette von Preuschen vom Landesamt für Denkmalpflege verwies auf das Potenzial des Baudenkmals, ein Ort der Identifikation zu sein.

Das Walhalla-Theater müsse auch bei den Mauritius-Höfen mitgedacht werden, sagte der Oberbürgermeister in der Diskussionsrunde „Mauritius-Höfe – neuer Nutzungsmix als zukunftsfähiges Konzept?“ Daniel Christ von Art-Invest Real Estate Management, erläuterte kurz das Projekt, das die Gesellschaft auf dem Areal der ehemaligen City-Passage entwickelt. Erst durch die Wohnungsnutzung, ein mögliches Hotel sowie Gastronomie – und zwar nicht nur am Rand – komme auch abends Leben in ein Quartier.

Auf das Walhalla-Theater kam das Podium beim Thema „Kundinnen- und Kunden-Frequenz stimulieren, aber wie?“ ebenfalls zu sprechen. Sabine Meder, IHK-Hauptgeschäftsführerin, erinnerte an den Beschluss der IHK-Vollversammlung vom Juni 2022. Demnach solle es zu einem Ort der Begegnung und gesellschaftlichen Interaktion entwickelt werden. Meder plädierte dafür, den Kulturbegriff stark auszuweiten, um neues Publikum anzuziehen. „Ich habe etwas die Sorge, dass in den ersten drei Monaten der Laden überrannt wird und danach sieht es mau aus.“

Für eine erfolgreiche künftige Nutzung hält die IHK eine prägende Idee für nötig: Das ehemalige Varieté-Theater solle unter die konkreten Überschriften „Kultur“ und „Nachhaltigkeit“ gestellt und ein Zentrum für Zukunftsgestaltung werden.

Ilka Guntrum, Vorsitzende der Werbegemeinschaft „Wiesbaden wunderbar“, sah das anders. „Wir wünschen uns weniger neue Kulturformen, sondern mehr Musical und Varieté, das sind Magnete“, sagte die Einzelhändlerin.

Auch interessant

Kommentare