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In Wiesbaden steht das Ausleihsystem meinRad vor dem Aus.

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Von: Madeleine Reckmann

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Die orangefarbenen Mieträder von meinRad sind aufgefallen in der Stadt.
Die orangefarbenen Mieträder von meinRad sind aufgefallen in der Stadt. © Michael Schick

Die Nutzerzahlen sind rückläufig. Aber Eswe Verkehr arbeitet an einem neuen Konzept für 2023.

Der Wiesbadener Verkehrsdienstleister Eswe stellt sein Fahrradverleihsytem „meinRad“ ein. Vom 30. Mai an können die orangefarbenen Drahtesel nicht mehr in der hessischen Landeshauptstadt gemietet werden, die App wird deaktiviert. Fast gleichzeitig, am 1. Juni, stellt die rheinland-pfälzische Hauptstadt Mainz ihr Fahrradsystem um. Die beiden Städte betreiben meinRad seit 2018 gemeinsam. Die Mainzer Mobilität führt aber eine neue App ein und verändert Preise und Zeitstrukturen.

Diesen Schritt möchte Eswe Verkehr nicht mitgehen. Nun endet die Kooperation. Dass Menschen ein Rad in Mainz ausliehen und es in Wiesbaden abstellten oder umgekehrt, sei ohnehin selten vorgekommen. „Der Markt ist mit anderen Fahrradverleihern und vor allem Elektro-Tretrollern hart umkämpft. Zugleich ist es uns nicht gelungen, klassischen Radnutzern wie Studierenden oder Touristen ein attraktives Angebot zu machen“, begründete Jan Görnemann, Geschäftsführer von Eswe-Verkehr am Dienstag die Entscheidung.

Ausleihstationen bleiben

In den vergangenen Monaten seien die meinRad-Nutzungszahlen in Wiesbaden stetig gesunken. „Im April hatten wir insgesamt 1800 Ausleihen, also nur 450 Vermietungen pro Woche. Damit ist die Wirtschaftlichkeit des Systems nicht gegeben“, sagte Görnemann. „Es ist nur richtig, dann auch konsequent zu sagen, dass es so nicht weitergehen kann.“ Das Schöne an ehrlichen Bestandsaufnahmen sei, dass man daraus die richtigen Schlüsse für die Zukunft ziehen könne. „Und genau das haben wir jetzt vor.“

Die 600 meinRad-Fahrräder in Wiesbaden werden demnächst eingesammelt. Die 89 Ausleihstationen sollen jedoch erhalten bleiben. Denn Eswe plant, das Ausleihsystem neu auszurichten. „Wir arbeiten weiter konsequent an einer Strategie, ein attraktives umfassendes Mobilitätsangebot für Wiesbaden zu schaffen“, schreibt das Unternehmen in seiner Mitteilung.

Dies werde aber Zeit in Anspruch nehmen, Görnemann spricht von „nötiger Reifezeit“. Bis zum Beginn der Fahrradsaison 2023 werde das neue System wohl am Start sein, sagt ein Eswe-Sprecher auf Anfrage. Eine Voraussetzung müsse sein, dass es wirtschaftlich zu betreiben sei.

Das Ziel sei daher, ein Angebot zu schaffen, das besser auf die Bedürfnisse der Menschen zugeschnitten sei. „Außerdem muss das neue ‚meinRad-Konzept‘ sinnvoll dazu beitragen, die Autofahrten in Wiesbaden zu reduzieren“, sagt Eswe-Geschäftsführer Görnemann.

www.meinrad-wiesbaden.de www.eswe-verkehr.de

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