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Rico Ullmann und Kathrin Tablack (v.l.) freuen sich, dass das Leben für queere Menschen leichter wird.
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Rico Ullmann und Kathrin Tablack (v.l.) freuen sich, dass das Leben für queere Menschen leichter wird.

Wiesbaden

In Wiesbaden soll ein Queeres Zentrum entstehen

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Anlaufpunkt für Menschen der LSBT*IQ-Szene könnte die Walkmühle sein

Es ist nicht nur eine Erfahrung aus Pandemiezeiten. Ohne einen Ort zum Treffen geht es nicht, auch und gerade für die LSBT*IQ-Gemeinschaft nicht. „Die Community lebt vom Zusammenhalt, stärkt sich gegenseitig, sie ist ein Zuhause“, sagt Kathrin Tablack, die als Mitarbeiterin der Aidshilfe und privat die queere Szene unterstützt. Corona zeige einmal mehr, wie notwendig Treffpunkte seien, denn der Kontakt mit den Betroffenen gestalte sich schwierig, beschreibt sie die aktuelle Lage.

In ein oder zwei Jahren könnte es so weit sein, dass Wiesbaden sein erstes Zentrum für Menschen vielfältiger geschlechtsbezogener Orientierungen, Identitäten und körperlicher Varianten bekommt.

Queere szene

Der Verein Queeres Zentrum hat 30 Mitglieder. Das Projekt wird von allen wichtigen Parteien in Wiesbaden unterstützt.

Schätzungen zufolge gehören 20 000 der 290 000 Bewohner:Innen in Wiesbaden zur LSBT*IQ-Gruppe.

Die Landeshauptstadt ist 2021 dem Rainbow Cities Network beigetreten, einem internationalen Verbund, in dem sich die Städte über Möglichkeiten der Unterstützung der queeren Szene austauschen.

Zu einem Runden Tisch treffen sich Akteure der LSBT*IQ-Szene regelmäßig, um sich gegenseitig zu helfen.

Kürzlich hat sich ein Trägerverein gebildet, der das Zentrum gründen und betreiben soll. „Das Zentrum soll Schutzraum sein und gleichzeitig die queere Community sichtbar machen“, sagt Rico Ullmann, der dem geschäftsführenden Vorstand vorsteht. Ein „analoger Ort“ sei dafür unabdingbar. Die Landeshauptstadt hatte eine feste Trägerschaft zur Voraussetzung gemacht, um ein Zentrum finanziell zu unterstützen. Im Doppelhaushalt sind 300 000 Euro eingestellt, die für hauptamtliche Kräfte und den Bürobetrieb gedacht sind. Bislang gewährte die Aidshilfe der queeren Szene Unterkunft.

Ullmann und Tablack sind in Hochstimmung, weil das Projekt Formen annimmt. Konkrete Räume sind schon im Gespräch. Der Verein und der Liegenschaftsfonds der städtischen Immobiliengesellschaft WIM stehen in Verhandlungen über Räume im Erdgeschoss des Hauses Metzler, das zur Walkmühle im Nordosten der Stadt gehört. „Wir sind dabei, das Projekt zu entwickeln, aber es steht noch nichts fest“, sagt WIM-Bevollmächtigter Erik Schaab. „Aber es sieht gut aus.“ Die Sanierungen würden jedoch mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen.

Im Queeren Zentrum sollen Beratung und Hilfe angeboten werden. Die verschiedenen Organisationen wie Pro Familia, der Christopher Street Day oder die Wiesbadener Jugendkirche Kana könnten dort Anlaufstellen betreiben, die ehrenamtlichen Initiativen sich dort treffen. Zudem soll es eine offene Jugendarbeit und die Arbeit mit queeren Geflüchteten geben.

„Es soll ein niedrigschwelliger offener Treff werden mit gemütlichen Sitzecken und Büros und kurzen Dienstwegen“, nennt Ullmann die gewünschten Anforderungen, die im Vorfeld von den Organisationen in einem Beteiligungsprozess entwickelt worden waren. Dass die Walkmühle etwas weit ab vom Schuss liegt, ist für Ullmann und Tablack ein Vorteil. „Wir wollen nicht auf dem Präsentierteller liegen“, erklärt Tablack. Wer sich nur informieren möchte, müsse sich ins Zentrum auch hintrauen können, ohne Angst, Bekannten über den Weg zu laufen. Übergangsweise suchen Tablack und Ullmann zentral gelegene Geschäftsräume für den Verein, von wo aus die Zentrumsarbeit vorbereitet werden soll.

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