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In Wiesbaden öffnen Stationen für Kinder mit Atemwegsinfekten

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Von: Diana Unkart

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Praxen, Kliniken und Notaufnahmen sind voll: Viele Kinder infizieren sich derzeit mit RS-Viren.
Praxen, Kliniken und Notaufnahmen sind voll: Viele Kinder infizieren sich derzeit mit RS-Viren. Hoyer © Renate Hoyer

An den Helios Horst-Schmidt-Kliniken werden die Behandlungskapazitäten wegen hoher Fallzahlen ausgebaut und planbare Eingriffe verschoben.

Viele Kinder erkranken derzeit an Atemwegsinfekten, ausgelöst durch das RS-Virus, und müssen deswegen in Krankenhäusern behandelt werden. Dort gibt es wegen der Infektionswelle kaum noch freie Betten. An den Helios Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) in Wiesbaden werden wegen der hohen Fallzahlen seit Anfang der Woche sogenannte Crisis-Response-Kapazitäten mit 12 Betten geschaffen.

Das bedeutet, eine Tagesstation wird temporär in eine reine RSV-Station umgewandelt und mit der zur Behandlung und Überwachung der Kinder notwendigen Medizintechnik ausgestattet. Mitarbeiter:innen, ausgebildete Pflegekräfte, die aber nicht mehr in Behandlungen eingebunden seien – Leitungspersonal beispielsweise – und das Personal der Tagesklinik unterstützten die Versorgung, berichtet Kliniksprecher Patrick Körber. „Der Kapazitätsausbau soll es ermöglichen, die Kinder aus unserer Region versorgen zu können.“ Bereits vor zwei Wochen ist nach Angaben der Klinik eine RSV-Station mit 16 Betten eröffnet worden.

RSV steht für Respiratorisches Synzytial Virus. Derzeit seien 50 bis 75 Prozent aller Kinder, die in der Kinderklinik aufgenommen oder behandelt würden mit RSV oder Influenza infiziert, sagt Patrick Körber. Die mit dem RS-Virus infizierten Kinder benötigten ein kontinuierliche Überwachung der Sauerstoffsättigung, weil Atemnot das Hauptsymptom der Erkrankung sei. Die Behandlung dauere im Schnitt drei bis vier Tage. Meistens reiche die normale Kinderstation aus. Bislang hätten zwei Kinder auf der Intensivstation behandelt werden müssen.

Die Kinderklinik hat bis zu 76 Betten, inklusive 16 Kinderintensivbetten und 18 Betten auf der Intermediate Care Station. Das ist eine Behandlungsstufe zwischen Intensiv- und Normalstation. Kinder mit akuter RSV-Infektion könnten dort aber nicht versorgt werden, denn sie werde hauptsächlich zur Behandlung von Frühgeborenen genutzt, die ein besonders hohes Risiko für eine schwere Erkrankung hätten, würden sie sich mit dem RS-Virus infizieren, erläutert Patrick Körber. Kinder mit RSV-Infektion könnten neben der vor zwei Wochen eingerichteten Station auch auf der Station K23, wo 16 allgemeinpädiatrische Betten zur Verfügung stünden, behandelt werden. Trotz der Kapazitätserweiterungen müssten Kinder verlegt werden: im Durchschnitt weniger als ein Kind pro Tag bei durchschnittlich zehn bis elf Aufnahmen und Entlassungen pro Tag. Die Klinik nehme auch Kinder aus anderen Häusern auf, wenn es dort Kapazitätsengpässe gebe. Derzeit werden planbare, nicht dringliche Eingriffe verschoben. Dringliche Eingriffe würden aber weiter vorgenommen.

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