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In Wiesbaden fallen Busse aus

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Von: Madeleine Reckmann

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Wegen Personalmangel und Krankmeldungen fahren Buslinien morgens und nachmittags seltener.

Seit März fahren vier Buslinien im Wiesbadener Stadtgebiet morgens und nachmittags seltener als normal und nur gemäß Ferienfahrplan, eine Buslinie entfällt ganz. Denn der Wiesbadener Verkehrsdienstleister Eswe leidet unter chronischem Busfahrer:innenmangel. Seit Monaten können 30 offene Vollzeitstellen nicht besetzt werden.

Jetzt kommt noch ein ungewöhnlich hoher Krankenstand hinzu. Von den rund 750 Busfahrern und Busfahrerinnen haben sich aktuell 130 krankgemeldet oder befinden sich in Quarantäne. „Das ist ein Höchststand“, sagt Eswe-Verkehr-Sprecher Micha Spannaus. Morgens würden immer wieder Busse ausfallen, weil Ersatzpersonal nicht so schnell beschafft werden könne. Auch die Nerobergbahn fährt bis zu den Sommerferien montags und dienstags nicht. Ob die Krankmeldungen nur auf Corona zurückzuführen seien, könne der Arbeitgeber im Einzelfall nicht wissen, räumt Spannaus ein, aber es könne vermutet werden. Denn Kolleg:innen teilten mitunter mit, dass ein Familienmitglied in Quarantäne geschickt worden sei und sie nicht arbeiten könnten, um sich um sie zu kümmern.

Zum Glück sei die Bereitschaft im Unternehmen hoch, offene Dienste zu übernehmen. Etwa 20 bis 25 Fahrer:innen würden freiwillig für ihre erkrankten Kolleg:innen einspringen. „Natürlich nur unter Beachtung der Lenk- und Ruhezeiten“, fügt Spannaus hinzu. Das Unternehmen reagiert auf den Notstand und arbeitet daran, demnächst ausgebildete Busfahrer:innen auf 450-Euro-Basis anzustellen. Und: Eswe Verkehr hat andere Unternehmen mit den Sonderverkehren wie zum Rheingau-Musik-Festival beauftragt.

Ein weiterer Grund dafür, dass wenige Fahrer:innen für den Busverkehr zur Verfügung stünden, seien die in der Stadt verteilten Stellflächen für Busse, von wo sie für Dienstantritt auf den Betriebshof gefahren werden müssten. Im Straßenraum dürften nur Busfahrer:innen Busse lenken und nicht Werkstattfahrer:innen.

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