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In Wiesbaden erlernen Menschen Erste Hilfe für die Psyche

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Von: Diana Unkart

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Im Juni startet ein Pilotkurs des DRK. Er soll Laien in die Lage versetzen, bei Notfällen wie Panikattacken oder Selbstverletzungen richtig zu reagieren.

Was zu tun ist, wenn der Verdacht auf einen Schlaganfall besteht, ist bekannt. Wie aber verhält man sich bei psychischen Notfällen in der Familie oder im Freundeskreis? Wie erkennt man sie überhaupt? Diesen und weiteren Fragen widmet sich der Pilotkurs des DRK „Psychische Erste Hilfe“, der im Juni in Wiesbaden startet und später hessenweit angeboten werden soll.

„Unser neues Kurskonzept ist das Pendant zum klassischen Rotkreuz-Kurs Erste Hilfe“, sagt Sarah Völker. Sie hat den Kurs zusammen mit einer Arbeitsgruppe im DRK-Landesverband Hessen entwickelt. Dieser Gruppe gehören Fachleute der Psychosozialen Notfallversorgung und eine Psychologin an. Sensibilisierung sei das Ziel. „Wir möchten Menschen in die Lage bringen, eine psychische Erkrankung bei einer anderen Person vermuten zu können und ihnen die Handlungssicherheit vermitteln, dieser Person Erste psychische Hilfe leisten zu können.

Psychische Erkrankungen haben in den vergangenen Jahren zukommen – sowohl bei Menschen mittleren Alters als auch bei jüngeren. Das zeigen unter anderem Daten von Krankenkassen und Versicherungen. Trotzdem mangelt es an Wissen darüber.

Der Kurs

Der eintägige Pilotkurs „Psychische Erste Hilfe“ beginnt am Samstag, 4. Juni, um 9 Uhr beim DRK in Wiesbaden, Flachstraße 6.

Er dauert bis circa 16Uhr und richtet sich an alle, die ein Interesse daran haben, psychische Notfälle und Erkrankungen zu erkennen.

Die Kosten in der Pilotphase liegen bei 80 Euro. Anmeldung: https://www.drk-hessen.de/psychische-erste-hilfe.html. diu

„Die Psyche ist nicht wirklich greifbar und scheint für viele ein schemenhaftes Konstrukt zu sein.“ Menschen neigten deshalb dazu, sie nicht ernst zu nehmen. Und: Es mache Angst, dass etwas nicht Sichtbares so entscheidend wirken kann

Zwar gebe es Anlaufstellen, bei denen Kontaktpersonen Hilfe fänden. Dort müsse aber häufiger mit Wartezeiten gerechnet werden und nicht selten gebe es Hemmungen, sie überhaupt zu kontaktieren oder aufzusuchen. Den Erkrankten selbst fehle bisweilen der Mut, sich in Therapie zu begeben. „Mit unserem Kurs wollen wir mit Mythen und Vorurteilen um psychische Erkrankungen aufräumen und Hinweise geben, wie und wo Hilfe gefunden werden kann.“

Aber was sind überhaupt psychische Notsituationen? Sie zeigten sich ganz unterschiedlich, sagt Expertin Völker. In Form einer Panikattacke oder von selbstverletzendem Verhalten zum Beispiel. Manchmal kann der Alltag nicht mehr gemeistert werden. Der Mensch in einer solchen Situation verspüre immer einen Leidensdruck.

Die Teilnehmer:innen werden analog dem Vorgehen beispielsweise bei einem Unfall lernen, wie in einer psychischen Notsituation vorzugehen ist. Im Kurs werden außerdem Auslöser und typische Merkmale verschiedener psychischer Erkrankungen erarbeitet und vermittelt. Ein weiterer Schwerpunkt wird die eigene Psychohygiene sein. Der Kurs richtet sich an alle, die Interesse daran haben, zu lernen wie man zu Menschen in Kontakt kommen kann, die vermutlich oder bestätigt an einer psychischen Erkrankung leiden.

Der Pilotkurs in Wiesbaden und die nachfolgenden Kurse in Fulda und Bad Hersfeld werden nach Angaben des DRK von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe des Landesverbandes geleitet.

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