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„Ihr habt sie doch nicht mehr Halle!“

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Die SPD möchte die neue Halle an alter Stelle.
Die SPD möchte die neue Halle an alter Stelle. © Stadt Wiesbaden

Slogans der Kampagne für den Neubau der Rhein-Main-Hallen regen zur Verballhornung an

Eines muss man der umstrittenen Kampagne zum Neubau der Rhein-Main-Hallen lassen: Die Slogans „Halle Hopp“ und „Halle Achtung“ regen zu Verballhornungen an: Derzeit werden in der Stadt Aufkleber verteilt mit dem Spruch „Ihr habt sie doch nicht mehr Halle!“ In Farbe und Typographie ähneln sie den Plakaten der Informationskampagne. In Anspielung auf die Internetseite rhein-mein-hallen.de, die angesichts der Bürgerbefragung bewusst „mein“ geschrieben wurde, heißt es auf dem Aufkleber „Rhein-nein-Hallen“.

Hinter der Aktion steckt der Wiesbadener Designer und Typograph Albert Ernst. Er findet die Kampagne „so blöd und sowas von bescheuert – das ist sprachmündigen Bürgern einfach nicht zuzumuten“. Also habe er sich den Spaß gemacht und auf eigene Kosten einige hundert Aufkleber angefertigt. Mit seiner Kritik steht Ernst, der keiner Partei angehört, sich aber für „links“ hält, nicht alleine da: Die Bürgerliste hat den Sprüchen „Waschmittelniveau“ attestiert, die Evangelische Kirche sah in dem Slogan „Halle-luja“ Mangel an „religiösem Respekt“ und der Mainzer Marketingprofessor Oliver Heil ergänzte die Kampagne abschätzig mit „Halle flop“.

Die heiß diskutierte Standortfrage ist Ernst derweil beinahe egal: „Ich hätte es am liebsten, wenn der Grünzug vom Bahnhof bis zur Rheinstraße durchgängig wäre.“ Auf dem Aufkleber prangt deshalb noch: „Finger weg von den Herbert-Anlagen“. Das fordern Oppositionsparteien wie Grüne, Bürgerliste und Linke & Piraten ebenso wie inzwischen auch die SPD. Da die Ausstellung in der Mauritiusgalerie nicht über die zwei Bau-Varianten an der Ebert-Allee aufklärt, hat die SPD die Sache selbst in die Hand genommen und am Donnerstagabend zu einer eigenen Inforunde geladen. Dabei warb sie für einen Neubau auf dem alten Grundriss. Stadt-entwicklungsdezernentin Sigrid Möricke (SPD) zeigte Entwürfe ihres Planungsamts und erklärte, dass der Neubau die Herbert-Anlagen verschont, wenn Halle 5 zu Baubeginn abgerissen wird. Die CDU will dagegen alle alten Hallen erst abreißen, wenn der Neubau steht, um den Kongressbetrieb nicht zu beeinträchtigen.

Nach Ostern liegen die Ergebnisse der Bürgerbefragung zu der Standortfrage vor. Die Stadtverordneten sind nicht an das Votum gebunden. Am 26. April fällt das Parlament in einer Sondersitzung die Entscheidung. (byb.)

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