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Idee für das Stadtmuseum

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Das Grundstück an der Wilhelmstraße kommt laut Förderverein für das Stadtmuseum nicht mehr in Frage, es sei „verbrannt“.
Das Grundstück an der Wilhelmstraße kommt laut Förderverein für das Stadtmuseum nicht mehr in Frage, es sei „verbrannt“. © Rolf Oeser

Während sich manche Politiker wegen der gescheiterten Pläne für das Stadtmuseum im Parlament schwer beleidigt zeigten, haben 26 Befürworter des Projekts schon eine alternative Idee entwickelt: „Die Wiesbadener bauen ihr Stadtmuseum im alten Gerichtsgebäude.“

Von Mirjam Ulrich

Auf diese Botschaft einigten sich die 25 Anwesenden, die sich an dem Abend auf Einladung des Fördervereins Stadtmuseum trafen.

„Wir geben uns nicht mit der mut- und ratlosen Lage im Stadtparlament zufrieden“, lautete die einhellige Meinung in der Runde. Zu der gehörten unter anderem der Fördervereinsvorsitzende Jochen Baumgartner, der kommisarische Leiter des Stadtmuseums Bernd Blisch, Harald Brandes, Hauptgeschäftsführer der hiesigen Handwerkskammer, Ex-Oberbürgermeister Achim Exner (SPD), der frühere Stadtentwicklungsdezernent Jörg Jordan (SPD), die Fraktionsvorsitzende Christiane Hinninger (Grüne), die ehrenamtliche Stadträtin Doris Jentsch (CDU), Norman Gabler (FDP), die Galeristin Christine Rother, der Künstler Nabo Gaß und der Architekt Michael Müller.

„Das Grundstück an der Wilhelmstraße ist für uns verbrannt“, sagte Joachim Baumgarner der FR. Wenn es deshalb noch ein juristisches Nachspiel gebe, dauere das auch viel zu lange. Stattdessen fordern die Befürworter, das Stadtmuseum im ehemaligen Landgericht zu installieren, das seit fünf Jahren leer steht. Das historische Gebäude eigne sich am besten für die Präsentation der Stadtgeschichte.

Schon 3100 Unterschriften

Das Land Hessen sei außerdem daran interessiert, die Immobilie zu veräußern. Die Stadt solle die Immobilie kaufen, fordern die Befürworter. „Im Hochbauamt gibt es genug Kapazitäten, diese Planung in Angriff zu nehmen“, sagte Jörg Jordan. Für die Umsetzung erklärte Harald Brandes bereits in der Sitzung die Unterstützung der Wiesbadener Handwerkerschaft.

„Man kann die Idee sukzessive und auch haushaltsverträglich umsetzen“, fügte Baumgartner hinzu. Das alte Gericht berge die Chance, aus der Situation etwas Gutes zu entwickeln und öffne auch der Stadtpolitik eine Tür, sich wieder positiv mit dem Thema zu beschäftigen. Der Förderverein lädt alle interessierten Bürger, Gruppierung und Initiativen der Stadtgesellschaft ein, sich gemeinsam in diesem Vorhaben zu engagieren.

Am selben Abend entschied die Bürgerinitiative „Gemeinwohl hat Vorfahrt“, nicht länger Unterschriften für ein Bürgerbegehren zu sammeln, das sich gegen das Mietmodell für das Stadtmuseum richtete. Mit der schriftlichen Zusage von Oberbürgermeister Sven Gerich und den Dezernenten Detlev Bendel und Rose-Lore Scholz sehe man den Parlamentsbeschluss vom 20. November als faktisch ausgesetzt an, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der BI und der Vertrauensleute des Bürgerbegehrens. „Das überteuerte Mietmodell ist vom Tisch. Wir haben unser Ziel erreicht.“

Bis zum Freitag waren bereits 3100 der dafür nötigen 6052 Unterschriften eingegangen. Die noch kursierenden Listen sollen an die Sammeladresse geschickt werden. Außerdem bitten die Initiatoren um Spenden für die entstandenen Kosten von 3500 Euro,

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