Holzhändler Blum

"Ich habe keinen Grund wegzugehen"

Stadt kann Karl-Ulrich Blum noch immer kein geeignetes Grundstück für Umzug anbieten

Gleich nach dem Großfeuer vor drei Wochen hat Holzhändler Karl-Ulrich Blum sämtliche verbrannten Hölzer, Bretter und Dielen nachbestellt und so für den Weiterbetrieb seines Geschäfts gesorgt. Doch wie geht es mit der Holzhandlung am Rande des Künstlerviertels weiter?

In frühestens vier bis sechs Wochen erst können die Trümmer und verkohlten Balken entsorgt und weggeräumt werden, sagt Blum. „Aber wir haben trotzdem schon mit den Planungen für eine neue Halle begonnen.“ Und zwar an der gleichen Stelle, wo die abgebrannte Schnittholzlagerhalle stand.

Also kommt es doch nicht zu dem von der Stadtpolitik erhofften Umzug, der den Weg für die Ausweitung des angrenzenden Wohngebiets Künstlerviertel freimachen würde? Der vor drei Jahren verhängte Baustopp für die 16 angefangenen Reihenhäuser wird in absehbarer Zeit nicht aufgehoben? „Ich habe immer noch keine Alternative und keinen Grund, hier wegzugehen“, sagt Blum.

Das von der Stadt angebotene Ersatzgrundstück an der Friedrich-Bergius-Straße in Biebrich scheide nach wie vor aus, weil die Stadt trotz ihrer früheren Versprechungen bis heute keinen Bebauungsplan und damit kein Baurecht geschaffen habe, sagt Blum. Das habe ihm die neue Stadtent-wicklungsdezernentin Sigrid Möricke (SPD) kürzlich bestätigt. Immerhin habe Möricke mit ihm gesprochen – im Unterschied zu ihrem Vorgänger Joachim Pös (FDP). Aber ein geeignetes Grundstück hatte sie eben auch nicht in petto.

Also bleibt Blum mit seiner Holzhandlung, wo diese seit 110 Jahren ist. „Ich wollte ja sowieso nie weg.“ Das wollte nur die Stadt. Doch die Angebote seien stets so gewesen, dass „ich draufgelegt hätte“, sagt der Mittelständler – und lehnte ab. (byb.)

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