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Wiesbaden

Hotel als Quarantäne-Unterkunft

  • vonDiana Unkart
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Menschen ohne Bleibe sind besonders von der Coronapandemie betroffen. In der Stadt Wiesbaden gibt es medizinische Hilfsangebote, die zumindest eine Grundversorgung sicherstellen sollen.

Die Stadt Wiesbaden hat eine Etage in einem ehemaligen Hotel angemietet, um dort Obdachlose unterzubringen, die sich als Verdachtsfall in Quarantäne begeben müssen. Zudem sind nach städtischen Angaben in mehreren Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete Bereiche ausgewiesen worden, in denen auch an Covid-19 erkrankte Obdachlose die Quarantänezeit verbringen können.

Obdachlose Menschen gehören in der Corona-Pandemie zur Risikogruppe. Sie haben keine Möglichkeit, zu Hause zu bleiben, um Kontakte zu vermeiden. Häufig fehlt ihnen der Zugang zu sanitären Anlagen. In Wiesbaden gibt es verschiedene Angebote, die eine medizinische Grundversorgung sicherstellen sollen.

Wie viele Obdachlose in der Stadt leben, weiß niemand genau. Derzeit nutzen etwa 325 Menschen verschiedene Übernachtungsangebote. 20 bis 25 Obdachlose verbringen die Nächte auf der Straße.

Ethikrat gegründet

Um die medizinische Versorgung der Menschen ohne feste Bleibe kümmert sich unter anderem ein Team ehrenamtlich arbeitender Ärzte in der Teestube des Diakonischen Werkes Wiesbaden. Da einige aber selbst zur Risikogruppe gehörten, seien derzeit nur zwei Allgemeinmediziner im Einsatz, sagt Leiter Matthias Röhrig.

Unter den Obdachlosen gebe es auch zunehmend Menschen mit psychischen Krankheiten. Um sie kümmern sich ein Psychiater und eine Psychiatrie-schwester der Vitos psychiatrische Ambulanz Wiesbaden, die einmal in der Woche eine Sprechstunde in der Teestube anbietet. Das Projekt wird mit Spenden finanziert.

Am 1. Dezember, zunächst für zwei Jahre, nimmt eine Beratungsstelle die Arbeit auf, deren Mitarbeiter:innen prüfen, ob Möglichkeiten bestehen, Menschen ohne Bleibe wieder in eine Krankenversicherung im In- oder Ausland zu bringen.

Für schwerkranke Obdachlose ohne Krankenversicherung ist ein Fonds, von der Stadt mit 50 000 Euro ausgestattet, aufgelegt worden. Ein kürzlich gegründeter Ethikrat bespricht die Krankheitsfälle und entscheidet über die Behandlung. Dem Rat gehören unter anderem ein ehrenamtlich tätiger Arzt, eine ehrenamtlich arbeitende Schwester, Matthias Röhrig als Leiter der Teestube, eine Hebamme von Pro Familia und Angestellte von städtischen Ämter an.

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