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Hoffen auf ein Sommermärchen

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Wiesbaden Phantom (l.)
Wiesbaden Phantom (l.) © Michael Schick

Die deutsche Football-Nationalmannschaft tritt am Donnerstag in der Brita-Arena gegen Finnland an. Die einheimischen Phantoms brauchen sich um Nachwuchs keine Sorgen zu machen.

Von Jana Kinne

Tackle und Turnover – wer mit diesen Begriffen nicht viel anfangen kann, dem geht es wie den meisten Deutschen: Während die Fußball-WM die Massen bewegte und allein zum Public Viewing 30?000 Zuschauer in die Frankfurter Commerzbank-Arena strömten, geht es bei der Europameisterschaft im American Football eher familiär zu: 7032 Zuschauer sahen das erste EM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Österreich in der Frankfurter Arena, das Deutschland knapp mit 22:20 gewann. Am Donnerstag, 29. Juli, geht es nun in der Wiesbadener Brita-Arena gegen Finnland, um für den Einzug ins Finale am Samstag, 31. Juli, zu kämpfen.

Hoffen auf den Sieg heißt es dann auch für Thomas Weinsheimer, Pressesprecher des lokalen Football-Klubs Wiesbaden Phantoms. Er ist überzeugt, dass es sich lohnt, dabei zu sein: „Es wird spannend und es könnte am Ende ein Mini-Sommermärchen für Deutschland geben“. Das wäre für die Phantoms eine gute Werbung. Der Verein erhofft sich durch die EM ein steigendes Interesse an American Football.

Nachwuchsprobleme haben die Phantoms zwar nicht, der Verein betreut vier Jugendmannschaften und wurde schon für seine Jugendarbeit ausgezeichnet. Doch mehr Öffentlichkeit kann der Verein trotzdem gebrauchen, denn es gelte, Überzeugungsarbeit bei der Stadt zu leisten: „Wir stoßen mit unserer Spielstätte im Europa-Viertel an die Grenzen und würden unsere Zweitliga-Heimspiele gerne im Stadion an der Berliner Straße austragen“, sagt Weinsheimer. Bisher ist die Stadt skeptisch, daher hoffen die Phantoms auf EM-Erfolge: „Die Meisterschaft ist eine gute Gelegenheit, um den Stadtoberen zu zeigen, dass Football auch in einem größeren Rahmen funktionieren kann.“ Schon im Jahr 2003 habe der Verein das WM-Halbfinale organisiert und gezeigt, dass er große Veranstaltungen stemmen könne.

Auch bei der EM helfen die Phantoms mit, indem sie Equipment beisteuern. Gerne hätten sie auch einen eigenen Spieler im EM-Kader gesehen, doch dieser Traum erfüllte sich nicht. Dafür gehört der Wiesbadener Jugendtrainer Markus Krugmeister zum Trainerstab der Nationalmannschaft. Er trainiert die Abwehr und wird versuchen, seinen Spielern durch geschickte Spielzüge gute Tackles zu ermöglichen, so nennt man das Zufallbringen des Gegners. Oder gar einen Turnover zu erzwingen: einen Ballverlust des Gegners und damit die Eroberung des Angriffrechts,

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