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Hochbeete werden dichter bepflanzt als Erdbeete.

Wiesbaden

Hochbeet mit einer herausnehmbaren Wand bauen

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Im Mai kann alles gesät und gepflanzt werden, was Spaß macht: Radieschen, Zucchini oder Salat.

Das erfolgreiche Gärtnern am Hochbeet fängt für Helmut Müller bereits mit der Befüllung an. Er rät dazu, Holzstämme als unterste Schicht ins Hochbeet zu geben. Mindestens bis zu einem Drittel aufgestellt – und zwar senkrecht. „So sackt die Erde nicht ab“, sagt der Agraringenieur bei der hessischen Gartenakademie in Geisenheim/Mainz-Kastel. Dies weicht von den Empfehlungen einschlägiger Gartenzeitschriften ab, für den Aufbau Äste, Zweige und Laub zu benutzen – waagerecht geschichtet.

„Wichtig ist doch, dass das Wasser abläuft. Da die Holzstämme nicht so schnell verrotten, verfestigt sich das Substrat nicht“, sagt Müller. Erfahrene Hochbeetgärtnerinnen wissen, was ansonsten passiert: Nach fünf oder sechs Jahren muss die ganze Chose raus. Das bedeutet: Reinklettern ins Hochbeet, das verfestigte Zeugs rausschaufeln und das Beet neu füllen. Viel Arbeit! Müller nennt für seine Methode einen einleuchtenden Grund: „Das Rausholen der Erde ist nicht rückenschonend.“ Wozu habe man sonst ein Hochbeet! Daher sollte bei der Konstruktion darauf geachtet werden, das Hochbeet mit einer herausnehmbaren Wand zu versehen. So ließe sich doch bequemer arbeiten …

Gartenkunde

Die Hessische Gartenakademieist eine Bildungseinrichtung des Landes mit den Standorten Kassel und Geisenheim. Ihre Workshops, Seminare und Fortbildungen richten sich an Freizeitgärtner und Mitarbeiter von Kommunen und öffentlichen Einrichtungen.

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Als oberste Schicht empfiehlt Müller torffreie Hochbeet- oder Gemüsebeeterde. Und dann kann im Mai alles gesät oder gepflanzt werden, was Spaß macht, alles durcheinander und dichter als in gewöhnlichen Beeten: Radieschen neben Paprika, Salat neben Rote Bete und sogar Kartoffeln. Müller empfiehlt „Snackgemüse“, also Pflücksalat, kleine Zucchinisorten und Kräuter. Rote Bete könnten schon mit einem Durchmesser von drei Zentimeter geerntet werden – auch für den rohen Verzehr. Da die Erde im Hochbeet schneller austrocknet, müsse oft – mitunter täglich – gegossen werden, es sei denn es werde gemulcht, am besten mit gedüngten Holzfasern anstatt mit Grasschnitt, damit sich keine Beikräuter ins Hochbeet mogeln. Im nächsten Frühjahr werde die Erde einfach mit ein wenig Kompost oder Hornspänen wieder aufgepeppt und dann könne es wieder losgehen.

Unter dem Stichwort „Grünschnitt“ veröffentlichen wir verschiedene Texte rund ums Thema Garten. Die Frankfurter Rundschau bietet in lockerer Folge Tipps zur Gartengestaltung, zumGemüseanbau und zur Pflege von Zierpflanzen.

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