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Auch in Hessen werden immer mehr Seitenstreifen temporär zu Fahrspuren umgewidmet.

Verkehr

Der Seitenstreifen dient zeitweise als Fahrspur

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Auf 108 Kilometern in Hessen wird die Autobahn nach Bedarf erweitert. Das darf keine Dauerlösung sein, sagt der ADAC.

Eigentlich dienen sie der Sicherheit. Doch angesichts des wachsenden Verkehrs auf den Autobahnen werden auch in Hessen immer mehr Seitenstreifen temporär zu Fahrspuren umgewidmet. Auf der Autobahn A5 zwischen den Anschlussstellen Darmstadt-Eberstadt und Seeheim-Jugenheim hat die Landesbehörde Hessen Mobil jetzt eine weiteren, rund vier Kilometer langen Abschnitt in Betrieb genommen.

Insgesamt sind es in Hessen 108 Kilometer, an denen der Randstreifen zeitweise umfunktioniert wird. Die Erfahrungen sind nach Darstellung der Behörde gut: „Sie sorgen für eine Reduzierung von Staus und Unfällen und ermöglichen eine flexible Nutzung der vorhandenen Autobahnabschnitte.“

Verkehr in Hessen: Freigabe darf nicht zur Dauerlösung werden

Die Freigabe kann die Leistungsfähigkeit der Autobahn bis zu 25 Prozent erhöhen, sagt ADAC-Sprecherin Manuela Simon. Sie dürfe aber nicht zur Dauerlösung werden, um Engpässe zu beseitigen. „Seitenstreifen dienen der Verkehrssicherheit, hier können Pannen- oder Unfallfahrzeuge sicher abgestellt werden.“ Gebe es diese Möglichkeit nicht, steige das Unfallrisiko um bis zu 30 Prozent.

Die Freigabe, so Simon weiter, sei nur sinnvoll, wenn sich der Verkehrsfluss spürbar verbessere. „Denn nur dann lässt sich trotz fehlendem Seitenstreifen sogar ein Sicherheitsgewinn erzielen, da staubedingte Unfälle reduziert werden.“

Verkehr in Hessen: Beschilderung muss variabel sein

Ermöglicht hatte diese sporadische Erweiterung der Autobahnkapazitäten vor 18 Jahren eine Änderung der Straßenverkehrsordnung. Voraussetzung ist der Einsatz sogenannter intelligenter Technik. Die Beschilderung muss variabel sein, ein permanentes Beobachten der Seitenstreifen per Videokameras gesichert. Verantwortlich dafür sind die Operatoren der Verkehrszentrale Hessen. All das hat seinen Preis: Rund 3,6 Millionen Euro kostet das neue Vier-Kilometer-Stückchen. Der Bund finanziert es im Rahmen des Projektplans Straßenverkehrstelematik.

Die A5 gilt als eine der wichtigsten Verkehrsachsen Deutschlands und verbindet die Regionen Rhein-Main und Rhein-Neckar. Rund 80 000 Kraftfahrzeuge sind täglich im nördlichen, vierstreifigen Teil unterwegs. Nach und nach soll die Freigabe des Seitenstreifens bis zur Landesgrenze Baden-Württemberg hin ausgedehnt werden.

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