Der Mainzer Stadtrat Maurice Conrad hat eine Drohmail erhalten. Aber nicht, wie zunächst vermutet, von einem Beamten der Polizei Hessen.
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Der Mainzer Stadtrat Maurice Conrad hat eine Drohmail erhalten. Aber nicht, wie zunächst vermutet, von einem Beamten der Polizei Hessen.

Auf Twitter veröffentlicht

Polizist aus Hessen soll Kommunalpolitiker per Mail bedroht haben – das LKA hat erste Erkenntnisse

  • Melanie Gottschalk
    vonMelanie Gottschalk
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  • Hanning Voigts
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Der Mainzer Stadtrat Maurice Conrad hat eine Drohmail von der Adresse eines Polizisten aus Hessen erhalten. Das LKA hat jetzt aber eine erste Gewissheit in dem Fall.

  • Der Stadtrat Maurice Conrad aus Mainz wurde nach eigenen Angaben von Polizist aus Hessen bedroht.
  • Das Hessische Landeskriminalamt (LKA) hat die Ermittlungen aufgenommen.
  • Die Drohmail wurde nach ersten Erkenntnissen nicht von der hessischen Polizei verschickt.

Update vom Montag, 22.06.2020, 18.22 Uhr: Das Hessische Landeskriminalamt (LKA) hat neue Informationen zur Drohmail an den Mainzer Stadtrat Maurice Conrad mitgeteilt. Demnach ließ sich nicht bestätigen, dass die Mail von einer Adresse der hessischen Polizei versandt wurde.

„Bereits im Rahmen der ersten getätigten Ermittlungen konnte zweifelsfrei festgestellt werden, dass die besagte E-Mail NICHT von der angezeigten E-Mail-Adresse der hessischen Polizei versendet wurde“, heißt es in der Mitteilung des LKA Hessen. Wer die Drohmail tatsächlich verschickt hat, werde derzeit ermittelt.

Drohmail an Maurice Conrad aus Mainz: LKA ermittelt

Update vom Montag, 22.06.2020, 15.50 Uhr: Der Mainzer Stadtrat und „Fridays for Future“-Aktivist Maurice Conrad hat eine Drohmail erhalten. Weil sie von einem hessischen Polizisten stammen könnte, ermittelt das Landeskriminalamt. 

Maurice Conrad sagte der FR am Montag (22.06.2020), er fühle sich von der E-Mail ernsthaft bedroht. „Gestern Abend ging’s mir ziemlich schlecht“, sagte er. „Ich habe auch nicht gut geschlafen.“ Er selbst halte es für denkbar, dass die E-Mail echt sei, sagte Conrad. Die Nachricht sei auf seiner Adresse beim Maildienst „Gmail“ des Internetkonzerns Google eingegangen. Gefälschte Nachrichten landeten dort recht regelmäßig im Spamfilter.

Maurice Conrad aus Mainz hat sich auf Twitter zugespitzt zur Polizei geäußert

Warum er ins Visier eines Polizisten geraten sein könnte, kann Conrad nicht erklären. Er habe sich auf Twitter allerdings zuletzt in polemisch zugespitzter Weise zu Rassismus und Polizeigewalt geäußert. Es habe sich aber um harmlosen „Twitter-Humor“ gehandelt, sagte Conrad.

Hermann Schaus, innenpolitischer Sprecher der Linksfraktion im hessischen Landtag, erhob derweil schon Forderungen für den Fall, dass die Mail echt ist: „Sollte es sich bestätigen, dass die Drohmail von einem Polizeibeamten geschrieben wurde, dann sind sofortige Disziplinarmaßnahmen mit dem Ziel der Entfernung aus dem Dienst angebracht“, sagte Schaus.

Polizist aus Hessen soll Stadtrat aus Mainz bedroht haben

Erstmeldung vom Montag, 22.06.2020, 9.52 Uhr: Mainz/Wiesbaden - Der Mainzer Stadtrat Maurice Conrad ist nach eigenen Angaben per Mail von einem Polizisten aus Hessen bedroht worden. Der 20 Jahre alte Conrad veröffentlichte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter einen Screenshot des Schreibens. Ob es sich dabei um eine echte Mail oder eine gefälschte Nachricht handelt, ist noch unklar

Stadtrat aus Mainz nach eigenen Angaben von Polizist aus Hessen bedroht

Auf Twitter teilte der Klima-Aktivist mit: „Ein Polizist der #Polizei #Hessen schreibt mich als Kommunalpolitiker über seine berufliche Funktions-Mail an und droht mir mit körperlicher Gewalt. Ja, ich hab ein bisschen Angst.“ 

Dazu stellte er der Screenshot einer Nachricht, deren Absender offenbar von der hessischen Polizei kommt. Die Nachricht hat folgenden Wortlaut: „Ich wusste gar nicht, dass man mit prekärer Bildung Stadtrat wird. Kein Wunder, Mainz, Drecksloch auf der anderen Rheinseite. Ich empfehle im Übrigen das allabendliche Gebet, dass wir 2 uns niemals über den Weg laufen. Wäre gesünder.“

Polizist schickt angeblich Drohmail: LKA antwortet

Das Hessische Landeskriminalamt antwortete auf den Tweet: „Sehr geehrter Herr Conrad, wir haben den Sachverhalt aufgenommen und kümmern uns umgehend darum.“ Auch die Polizei in Mainz reagierte auf den Tweet und schrieb bei dem Kurznachrichtendienst: „Danke für die Information. Wir stehen für weitere Schritte zur Verfügung.“

Ob die Nachricht tatsächlich von einem Polizisten aus Hessen stammt, ist noch fraglich. Denn die E-Mail könnte auch gefälscht sein (sogenanntes E-Mail-Spoofing). Das geben auch einige Twitter-Nutzer in den Kommentaren unter dem Tweet von Maurice Conrad zu bedenken. Ein Nutzer führt sogar vor, wie einfach man eine solche Mail fälschen kann.

Polizist soll Kommunalpolitiker bedrohen - LKA prüft Echtheit

Das Hessische Landeskriminalamt schrieb weiterführend auf seiner Twitter-Seite: „Zu dem E-Mail-Screenshot führt das HLKA die Ermittlungen. Derzeit wird geklärt, ob die Mail tatsächlich von einem Polizei-Account verschickt wurde oder ob es sich um einen Fake (E-Mail-Spoofing) handelt. Auch wir wollen schnellstmögliche Aufklärung. Weitere Infos folgen!“

Da Conrad die Mailadresse veröffentlicht hat, hat die Redaktion versucht, deren Echtheit zu überprüfen. Bislang erhielten wir allerdings keine Antwort. (Von Melanie Gottschalk)

In Stuttgart ist es in der Nacht von Samstag (20.06.2020) auf Sonntag (21.06.2020) zu schweren Ausschreitungen gekommen. Alle aktuellen Entwicklungen zu diesen Vorfällen erfahren Sie in unserem News-Ticker. 

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