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Hessen: Missbrauchs-Betroffene werden gehört

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Von: Pitt von Bebenburg

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Hessens Landesregierung erarbeitet einen neuen Aktionsplan gegen sexualisierte Gewalt. Der bisherige ist schon zehn Jahre alt.

Hessen will Kinder und Jugendliche besser vor sexualisierter Gewalt schützen. Dafür erarbeitet die schwarz-grüne Landesregierung mit Unterstützung von Kinderschutz-Organisationen und Betroffenen von sexuellem Missbrauch einen neuen Aktionsplan. Er soll bis Ende 2022 fertig werden.

Das haben Sozialminister Kai Klose (Grüne) und Kultus-Staatssekretär Manuel Lösel (CDU) am Freitag in Wiesbaden angekündigt. „Opfer von Gewalt, auch sexueller Gewalt, zu werden, ist immer eine Zäsur und beeinträchtigt die Entwicklung von Mädchen und Jungen stark“, sagte Klose. Es sei zu befürchten, dass in der Corona-Zeit das „Dunkelfeld“ solcher Taten größer geworden sei.

Vor rund zehn Jahren hatte Hessen erstmals einen solchen Aktionsplan verabschiedet. Das Land reagierte damit auf das Bekanntwerden von massenhaftem sexuellem Missbrauch an der mittlerweile geschlossenen Odenwaldschule. Seither seien „Schule, Kitas, Heime und Wohngruppen sicherer gemacht“ worden, betonte Minister Klose. Man habe frühere Fälle aufgearbeitet und sich um eine Sensibilisierung bemüht. So hatte das hessische Kultusministerium mit der „Speak“-Studie die Erfahrungen von Jugendlichen mit sexueller Gewalt bekannt gemacht.

Bei der Fortschreibung des Aktionsplanes sollen Betroffene von Missbrauch einbezogen werden. Dafür erhielt das hessische Projekt Lob vom Bundesbeauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig.

„Durch die besondere Perspektive von Betroffenen werden Sie einen höheren Qualitätsstandard erreichen“, versicherte er den Initiator:innen. Rörig mahnte, der Landtag müsse regelmäßig Lageberichte zum Kampf gegen sexuelle Gewalt erhalten, „damit zusätzliche Handlungsimpulse ausgelöst werden“. Klose nannte diesen Kampf „eine Daueraufgabe“.

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