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Den Krankenhäusern in Hessen droht eine Überlastung.
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Den Krankenhäusern in Hessen droht eine Überlastung.

Hessen

Corona-Krise: Krankenhäuser in Hessen vor dem Limit

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Die Ärztegewerkschaft fordert, planbare Eingriffe zu verschieben. Auch wegen erkrankten Personals komme es schon jetzt zu „erheblichen Engpässen“ auf den Normal- und Intensivstationen.

  • Die Ärztegewerkschaft warnt vor einer drohenden Überlastung in Krankenhäusern in Hessen wegen Corona.
  • Schon jetzt kommt es aufgrund von erkrankten Personals zu „erheblichen Engpässen“.
  • Die Ärztegewerkschaft fordert deshalb eine Verordnung der Landesregierung.

Frankfurt - Vor einer drohenden Überlastung der Krankenhäuser in Hessen warnte am Dienstag die Ärztegewerkschaft Marburger Bund. Die Landesregierung möge anordnen, verschiebbare stationäre Eingriffe je nach Belastungssituation zu reduzieren. „Sollte es keinen raschen, substanziellen Rückgang bei den Corona-Neuinfektionen geben, werden in den nächsten zwei bis drei Wochen vielerorts bestehende intensivmedizinische Kapazitäten weitgehend ausgeschöpft sein“, sagte Landesverbandsvorsitzende Susanne Johna.

„Erhebliche Engpässe“: Krankenhäuser in Hessen sollen entlastet werden

Auch wegen erkrankten Personals komme es schon jetzt zu „erheblichen Engpässen“ auf den Normal- und Intensivstationen. „Diese Probleme drohen sich massiv zu verschärfen, wenn nicht auf allen Ebenen rechtzeitig Möglichkeiten zur Entlastung geschaffen werden“, sagte Johna. Knackpunkt ist das Geld. Mitte März hatten bundesweit alle Kliniken auf Anraten des Bundesgesundheitsministeriums medizinisch nicht zwingend notwendige, planbare Aufnahmen und Operationen verschoben; darunter den Einsatz einer künstlichen Hüfte, das Entfernen eines Gallensteins. Das Land hatte eine entsprechende Verordnung erlassen, die Krankenhäuser erhielten pro leerstehendem Bett und Tag 560 Euro überwiesen.

Im Sommer gingen die Krankenhäuser in Hessen weitestgehend auf Normalbetrieb zurück. Dann kam der Herbst und die zweite Welle und mit ihr neue Regeln des Bundes, die Hessen umsetzt, wie Sozialminister Kai Klose (Grüne) jüngst mitteilte. Das Aussetzen der nicht dringlichen Eingriffe ist demnach an mehrere Kriterien gekoppelt: die Sieben-Tage-Inzidenz im jeweiligen Landkreis beziehungsweise der kreisfreien Stadt und die Auslastung der Intensivkapazitäten. Den finanziellen Ausgleich erhalten zunächst einzig die größeren Krankenhäuser, die im Notfallstufensystem oben stehen. Die Versorgung von Intensivpatient:innen erfolgt vorwiegend durch sie.

Krankenhäuser in Hessen am Limit: Verordnung der Landesregierung gefordert

Landesvorsitzende Johna sieht nun den Zeitpunkt für eine Verordnung der Landesregierung gekommen. „Es muss jetzt das klare politische Signal an die Krankenhäuser in Hessen geben, planbare operative Eingriffe zurückzustellen, soweit sie nach individueller ärztlicher Beurteilung keine Dringlichkeit haben“, forderte sie. Dies ermögliche, kurzfristig weiteres Personal für die Versorgung akut und kritisch erkrankter Patient:innen einzusetzen. Hessens Krankenhäuser bräuchten Finanzierungssicherheit. „In dieser Zeit nicht zu handeln, ist gegenüber dem Personal und den Patienten nicht zu rechtfertigen.“

Der Sozialminister favorisiert einen anderen Weg: Die aktuellen Gegebenheiten seien nicht mit dem Beginn der Corona-Pandemie vergleichbar. „Wir alle müssen davon ausgehen, dass die stationäre Versorgung über einen längeren Zeitraum unter diesen besonderen Bedingungen gesichert werden muss“, sagte Klose auf FR-Anfrage. Die Verschiebung elektiver Eingriffe alleine griffen zu kurz. Er setze auf die Zusammenarbeit der sechs hessischen Versorgungsgebiete und darauf, dass sie mit dem Planungsstab stationär tragfähige Lösungen finden könnten.

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