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Im Herzen Nassaus

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Die Ausstellung im „Schaufenster Stadtmuseum“ lässt die Geschichte der Menschen im Herzogtum lebendig werden.

Von Gesa Fritz

Schwarz ist sie. Die Erinnerung an die letzte Stunde von Herzog Wilhelm. Hier liegt sie nun, die dunkle Totenmaske, die im Jahr 1939 vom Gesicht des toten Herzogs von Nassau abgenommen wurde. Für die Ewigkeit in Gips gegossen, erwidern seine Augen gleichgültig die neugierigen Blicke der vorüberziehenden Besucher.

Die Maske ist einer der besonderen Schätze, die in der Ausstellung „Im Fokus: Nassau“ gezeigt werden. Rund 370000 Objekte nennt das Stadtmuseum sein Eigen. Entsprechend kann es bei Themenausstellungen wie jener, die ab sofort im „Schaufenster Stadtmuseum“ zu sehen ist, aus dem Vollen schöpfen.

„Es gibt wohl keinen idealeren Ort für diese Ausstellung als die ehemalige Residenzstadt Wiesbaden“, findet Hans-Jörg Czech, Gründungsdirektor des Stadtmuseums. Hier nun soll bis Ende Mai die Geschichte des Herzogtums anhand der Menschen, die sie geprägt haben, gezeigt werden. Außerdem ist die Ausstellung eine Hommage an den Verein für nassauische Alterskunde und Geschichtsforschung, der in diesem Jahr sein 200-jähriges Bestehen feiert.

Direkt im Eingangsbereich erwartet den Besucher eine Diashow mit 150 Jahre alten Bildern der ländlichen Bevölkerung. Menschen mit von Arbeit und Wetter gegerbten Gesichtern in aufwendigen Trachten posieren vor Feldern, Häusern oder in improvisierten Freiluft-Ateliers.

Im eigentlichen Ausstellungsraum sind die Objekte auf einer begehbaren Karte des Herzogtums Nassau platziert. So können die Besucher das Objekt seinem Fundort auf den ersten Blick zuordnen. Zu sehen sind Gegenstände aus allen Schichten wie der vergoldete Faltstuhl eines Bischofs oder irdene Wasserflaschen.

Die ältesten Objekte der Ausstellung sind zwei tönerne Lichthäuschen aus dem zweiten Jahrhundert, die am Limes entdeckt wurden. Ihr genauer Zweck – ob sie nur Licht spenden oder zudem religiöse Zwecke erfüllen sollten – ist unklar.

Die wenigsten Jahre zählt ein knapp 100 Jahre altes Modell eines Westerwälder Bauernhofes. Wie bei einem Puppenhaus gewährt es bei offenen Wänden Einblick in das Leben einer Bauernfamilie, die unter einem Dach mit dem Vieh lebte.

Eingerahmt wird die Ausstellung von Grafiken der Künstler Friedrich Christian Reinermann und George Barnard. Sie zeigen Ansichten von Nassau. Natürlich in künstlerischer Umsetzung und doch auch eine Zeitreise. So ist beispielsweise ein Bild des alten Wiesbadener Kurhauses zu sehen mit den betuchten Damen und Herren, die sich im Park verlustieren.

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