1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Wiesbaden

Helios auf Kauftour

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Chef zeigt Interesse am Klinikum Offenbach

Der Klinikbetreiber Helios rechnet in diesem Jahr wieder mit mehr Gelegenheiten zur Übernahme von Krankenhäusern aus öffentlicher Hand. „Es ist eine gewisse Belebung erkennbar“, sagte Firmenchef Francesco De Meo am Montag in Bad Homburg.

Helios war neben Sana und der Rhön-Klinikum AG einer der drei Bewerber, die vor einigen Monaten ein Angebot zur Übernahme von 49 Prozent der hoch verschuldeten Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) gemacht hatten. Helios war aber damals nicht zum Zug gekommen. Die Stadt will an den Helios-Rivalen Rhön-Klinikum AG verkaufen.

Jetzt, nachdem das Wiesbadener Vorhaben vorerst vom Tisch ist, signalisierte der Helios-Chef am Verluste schreibenden Klinikum Offenbach Interesse. Die Stadt lotet aktuell die Sanierungsmöglichkeiten für das Haus aus, wozu auch Privatisierungsschritte gehören. Von der Größe her würde das Klinikum passen, sagte De Meo. Das Klinikum hat 2010 mit rund 930 Betten einen Umsatz von 171 Millionen Euro gemacht.

Die großen privaten Klinikbetreiber werben damit, dass sie Krankenhäuser wirtschaftlicher betreiben können als die kommunalen Träger. Allerdings gilt ein Verkauf selbst von defizitären Kliniken an private Betreiber nach wie vor als ein politisch schwieriger Schritt – wie man ja in Wiesbaden sieht. So sorgt derzeit ein Bürgerbegehren gegen den geplanten Teilverkauf der städtischen Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) an die Rhön-Klinikum AG für Aufregung. Zwar suche die Politik inzwischen auch nach anderen Lösungen für defizitäre kommunale Kliniken, etwa im Sinne eigener Verbundstrukturen. Aber Francesco de Meo ist zuversichtlich. „Die Fälle, die wir gesehen haben, sind alle in Privatisierungen reingelaufen.“

„Wir interessieren uns natürlich für Akutkrankenhäuser aller Versorgungsstufen“, sagte De Meo. Die Kliniken müssten für die medizinische Versorgung notwendig sein, zudem müsse sich ihr Bestand im Rahmen eines Sanierungsplans langfristig sichern lassen. Als Zielvorgabe bei der Sanierung gilt für den Konzern, dass jedes Krankenhaus im fünften Jahr nach der Privatisierung eine operative Rendite von 15 Prozent erreichen müsse.

Ob Helios weiterhin Interesse an den HSK hat, falls Rhön sein Angebot doch zurückziehen sollte, dazu wollte sich der Konzern gestern nicht äußern. (rtr/uf.)

Auch interessant

Kommentare