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Ein Haus für Demenzkranke

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Von: Ute Fiedler

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Bewegung und Betreuung sind wichtig bei Demenz.
Bewegung und Betreuung sind wichtig bei Demenz. © dpa

Die Stadt Wiesbaden errichtet ein Pflegeheim für 15 Millionen Euro in Dotzheim. Baubeginn ist mit einiger Verspätung im Sommer 2013, bezugsfertig soll es 2014 sein. Dann sollen auch die Bewohner des Moritz-Lang-Hauses und des Simeonhauses aufgenommen werden.

Eigentlich sollte mit den Bauarbeiten bereits im vergangenen Jahr begonnen werden. Das neue Spezialpflegeheim sollte direkt hinter Zwerg Nase neben den Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) entstehen. Doch aus diesen Plänen wurde nichts. Denn nachdem die HSK teilprivatisiert worden waren, entschied man sich, die Kliniken neu zu bauen, und zwar genau auf dem Grundstück, auf dem das Pflegeheim entstehen sollte.

Die Planungen wurden gestoppt und zunächst nach einem neuen Standort für das 15 Millionen Euro teure Vorhaben gesucht. Der Platz ist jetzt gefunden: In der Stegerwaldstraße/Ecke Veilchenweg in Dotzheim werden im Sommer 2013 die Bagger rollen. Die Landeshauptstadt hat das Grundstück gekauft und der HSK Pflege GmbH übertragen. Diese war extra gegründet worden und gehört zu 100 Prozent mittelbar der Stadt. Das Baugesuch soll im kommenden Monat eingereicht werden. Dann wird ein Generalunternehmer für das Projekt gesucht.

180 Betten

Ursprünglich waren laut Sozialdezernent Axel Imholz (SPD) für den Kooperationspartner der HSK Pflege GmbH, die Otto-Fricke-Krankenhaus Paulinenberg GmbH, 60 akutgeriatrische Plätze vorgesehen. Doch nachdem die Klinik vom St. Josefs Hospital im vergangenen Jahr gekauft worden war, wurde die Kooperation aufgelöst.

Insgesamt sollen im neuen Pflegeheim 180 Betten bereitstehen. Ein Schwerpunkt ist laut Imholz die Pflege von Demenzkranken und Schwerstpflegebedürftigen wie beispielsweise Wachkomapatienten. Nach Angaben von Tanja Weis, Geschäftsführerin der Altenhilfe GmbH Wiesbaden, ist das neue Domizil großzügig angelegt und lässt den Bewohnern viel Raum. „Es gibt Innenhöfe und Dachterrassen. Menschen, die an Demenz erkrankt sind, sind oft körperlich fit und müssen sich bewegen.“

Notwendige Investition

Das neue Haus, das voraussichtlich 2014 bezugsfertig ist, soll auch die Bewohner des Moritz-Lang-Hauses und des Simeonhauses aufnehmen. Die Pflegeeinrichtung des Simeonhauses in Dotzheim ist bereits seit einiger Zeit geschlossen, die Fläche ist an die Stadt verkauft. Im Moritz-Lang-Haus läuft der Betrieb noch so lange weiter, bis der Neubau an den HSK steht. Was im Anschluss mit den Gebäuden passiert, steht nach Angaben von Tanja Weis noch nicht fest.

Die Altenhilfe betreibt neben dem Simeonhaus und dem Moritz-Lang-Haus auch das Toni-Sender-Haus in Biebrich, das ebenfalls demnächst abgerissen und neu erbaut werden soll. Nur an welchem Standort, das wisse man bislang noch nicht. In der Nähe von Infraserv sei ein Neubau jedenfalls nicht mehr möglich, sagt Sozialdezernent Axel Imholz.

15 Millionen Euro gibt die Stadt für das Spezialpflegeheim aus – eine enorme Investition, die laut Imholz jedoch notwendig sei. Der Sozialdezernent beruft sich auf Schätzungen, denen zufolge in Wiesbaden im Moment etwa 4000 Menschen leben, die mittel bis schwer an Demenz erkrankt sind. „Bis 2020 sollen es etwa 4300 sein“, sagt der Sozialdezernent.

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