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Hip Hop in der Hauptstadt

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Manuel Gerullis vor einem seiner Graffitis
Manuel Gerullis vor einem seiner Graffitis © Michael Schick

Der neue Verein Collabo gründet ein Zentrum für die Wiesbadener Hip-Hop-Szene. Dafür hat er jetzt ein Gebäude in der Welfenstraße von der Stadt gepachtet.

Von Ralf Munser

Sieben junge Leute haben sich zusammengetan, um Hip-Hop-Künstler, Rapper und Graffiti-Sprüher zu unterstützen und Platz zu bieten. Der Ende des vergangenen Jahres und erst seit wenigen Tagen eingetragene Verein Collabo hat in der Welfenstraße?1b ein „Zentrum für urbane Kultur“ gegründet. „Wir wollen Jugendkultur fördern und pflegen“, sagte Vereinsvorsitzender Manuel Gerullis (39) vor der Presse.

Der Verein hat das städtische Gebäude gepachtet. Dort probten in 23 Räumen Musikbands. Daran soll sich laut Gerullis auch nichts ändern. Der Verein will das Erdgeschoss und den Keller nutzen. Nach den noch laufenden Umbauarbeiten soll ein Bistro mit Bühne, eine Bar und eine Küche in Betrieb genommen werden.

Eine einzigartige Einrichtung im Rhein-Main-Gebiet, sagt der Vereinsvorsitzende

In Zukunft soll es regelmäßig Ausstellungen, Projekte, Workshops und Veranstaltungen geben. „Das Zentrum wird als Galerie und Forum für Musik, Kunst und Kommunikation genutzt.“ Ein weiteres Ziel sei es, Aktivitäten und Angebote der Jugendarbeit der Hip-Hop-Kultur lokal und regional zu bündeln. „So etwas gibt es im ganzen Rhein-Main-Gebiet bisher noch nicht“, so Gerullis. Seiner Kenntnis nach gebe es ähnliche Zentren nur in Berlin und Hamburg. Am Wochenende erwartet der Verein rund 30 Künstler, die das bisher einfarbige Haus bunt und neu gestalten sollen. Das gesamte Gebäude bleibt eine Woche eingerüstet und wird besprüht.

Unterstützt wird das neue Hip-Hop-Zentrum auch von der Stadt. Nach Angaben des Sozialdezernenten Arno Goßmann (SPD) gibt es knapp 10.000 Euro für den Umbau und die Workshopräume.

Wegen der umfangreichen Umbauarbeiten mussten die Mitglieder des noch jungen Vereins den Start ihres ersten Projektes verschieben. Für Ende August ist eine Ausstellung mit großformatigen Abzügen von Kunstwerken des Festivals „Meeting of styles“ geplant. Das „Meeting“ – initiiert von Manuel Gerullis – ist ein Treffen von internationalen und nationalen Graffiti-Künstlern in Wiesbaden, das seinen Anfang am Schlachthof hatte und mittlerweile am Kasteler Brückenkopf ist. In diesem Jahr kamen rund 80 Künstler, um 3000 Quadratmeter Wand am Kopf der Theodor-Heuss-Brücke sowie die 250 Quadratmeter große Wand eines Privathauses in der Nachbarschaft mit Graffiti zu gestalten.

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