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Handelsverband Hessen: „Hamstereinkäufe“ sinnlos

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Von: Gregor Haschnik

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Der Verband äußert sich zu der stark gestiegenen Inflation und appelliert an die Vernunft.

Der Handelsverband Hessen geht – wie viele Ökonomen – davon aus, dass der Preisanstieg etwa bei Lebensmitteln erst einmal bestehen bleibt. Der Krieg in der Ukraine habe Teuerungen in vielen Bereichen, zum Beispiel bei Betriebs- und Futtermitteln, Energie und Agrarrohstoffen verstärkt. Dies führe zu höheren Erzeugungs- und Herstellungskosten, teilt der Verband auf Anfrage mit. Längerfristige Prognosen seien wegen der dynamischen Entwicklung der Märkte nicht möglich.

Teilweise könne es zu einem geringeren Angebot von Waren wie Mehl, Nudeln und besonders Speiseölen kommen, auch weil die Ukraine zu den wichtigsten Exporteuren von Sonnenblumenöl zählt. Gerade deshalb sei es wichtig, „nicht in Panik zu verfallen“ und „Hamstereinkäufe“ zu tätigen, sondern haushaltsübliche Mengen einzukaufen. Denn auf diese Größen seien sowohl Produktion als auch Logistik entlang der Lebensmittelkette eingerichtet. Ansonsten können Waren knapper und teurer werden.

Das Statistische Landesamt hatte mitgeteilt, dass die Verbraucherpreise im März 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat um acht Prozent gestiegen sind. Die Inflationsrate ist so hoch wie seit März 1974 nicht mehr, als der Anstieg wegen der Ölkrise 8,3 Prozent betrug. Die Preise für Energie wurden seit 2021 um 46,1 Prozent erhöht, aber auch bei Lebensmitteln gab es hohe Aufschläge, vor allem bei Eiern (plus 17,6 Prozent), Speisefetten und Ölen (16,8 Prozent) und Gemüse (11,2 Prozent). Der Handelsverband vertritt die Interessen von etwa 7200 hessischen Handelsunternehmen mit etwa 160 000 Beschäftigten. gha

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