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Auf die grüne Wiese?

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Die Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden - ungeeignet für "Wetten dass".
Die Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden - ungeeignet für "Wetten dass". © FR/Surrey

Für viel Wirbel sorgt IHK-Chef Eckelmann mit seinem Vorschlag für einen Neubau der Rhein-Main-Hallen in den Reisinger Anlagen. Von Michael Grabenströer

Von Michael Grabenströer

Eigentlich sehen sie (noch) ganz schmuck aus, jedenfalls am Eingang und von außen - die Rhein-Main-Hallen. Doch innen entsprechen die Hallen aus den 50er Jahren schon längst nicht mehr den Anforderungen, die von Messe- und Konzertveranstaltern gefordert werden - zu klein für große Konzerte, zu niedrig die Decken für aktuelle Ausstellungserfordernisse. Und selbst "Wetten dass", das ZDF-Show-Zugpferd, macht einen Bogen um Wiesbaden, weil dort zu wenig Zuschauer untergebracht werden können.

Es ist nicht nur Wiesbadens Wirtschaftsdezernent Detlev Bendel (CDU), der Schwung in die Debatte um die Rhein-Main-Hallen gebracht hat. Neubau oder Modernisierung - das ist die Frage die auch die Industrie- und Handelskammer, die Hoteliers, die Gastronomen und selbst das Taxigewerbe umtreibt. Schon in der Haushaltsdebatte zum Jahresende 2009 hatte CDU-Fraktionschef Bernhard Lorenz von "ins Stocken geratenen Großprojekten gesprochen, die man nicht aufgeben, sondern verschieben" müsse.

An erster Stelle führte Lorenz die Modernisierung der Rhein-Main-Hallen an, deren Finanzierungsbedarf - er bezifferte ihn auf bis zu 150 Millionen Euro - "für die nächsten Jahre etliche Nummern zu groß" sei.

Privater Investor gesucht

Im Hintergrund verfestigt sich der Gedanke, einen privaten Investor für eine neue Halle zu suchen, was einfacher wäre als einen Investor für eine Modernisierung zu finden. Und mit dem Neujahrsempfang der IHK wurde die Hallen-Lösung auch zu einem Konfliktfall für die Jamaika-Koalition im Rathaus.

Denn die IHK schlug vor, den noch opulent grünen Eingang zur Stadt - die Reisinger Anlagen - mit einer Halle zu bebauen. Direkt gegenüber dem Hauptbahnhof, mit optimaler Verkehrsanbindung sei da noch reichlich Platz. Doch das ließ die grünen Gemüter erschaudern. Die Dezernentin Rita Thies, als Grüne auch für das Stadtgrün zuständig, stellte fest: Die Anlagen sind unberührbar.

Dabei gilt als ausgemacht, dass die Stadt sich im Frühjahr zu einer zukunftsgerichteten Lösung durchringt. "Die Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden sind für Messen zu klein und als Kongresszentrum zu groß", sagen Insider. Außerdem tobe in der Republik ein "Messeklau". Große Standorte wie Leipzig, Stuttgart, Köln oder Karlsruhe könnten ihre Hallen nur schwer füllen. Das sei auch den Veranstaltern bekannt, die massiv die Konditionen drückten. In der Messebranche ist sogar von "Preisdumping" die Rede.

Das will Wiesbadens Hallenchef Holger Syrhe im Rhein-Main-Gebiet nicht verspürt haben. Noch machten sich Hallen und Kongresszentren in Frankfurt, Darmstadt und Mainz keine Konkurrenz über Dumpingpreise. "In der Region herrscht Friede", sagt Syhre, der sich zum Gebaren anderer Messeorte nicht äußert.

Für Wiesbaden allerdings sieht Syhre durchaus eine große Chance, aber auch Notwendigkeit in einer Neuplanung. Da will sich Syhre nicht auf Umbau oder Neubau festlegen lassen. Das sei anderen Gremien vorbehalten. Allerdings, sagte der Hallen-Manager, dass ein Grundsatzbeschluss noch im ersten Quartal 2010 notwendig sei, schon um für die Zukunft planen zu können.

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