Wiesbaden

Grüne stimmen für das Ostfeld

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
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Wiesbaden Ökologisches und soziales Vorzeigequartier in Wiesbaden geplant.

Ein Wohngebiet, das mehr Energie erzeugt als es verbraucht, mit begrünten Dächern und Fassaden und 30 Prozent Sozialbauwohnungen: Die in einer Kooperation verbundenen Fraktionen von SPD, CDU und Grünen haben in einem gemeinsamen Antrag festgelegt, wie das neue Quartier einmal aussehen soll. Es soll kleinteilig sein und von hoher architektonischer Qualität, mit einer Vielfalt von Wohnformen und biologisch hochwertigem Grünkorridor.

Auf dem Ostfeld sollen einmal 8000 bis 12 000 Personen wohnen. Geht alles glatt, ist 2026 Baubeginn. Mit dem Bundeskriminalamt hat die Stadt einen Letter of Intend gefasst, dass das BKA im Gewerbegebiet einen neuen Standort errichten kann.

Die Fraktionen sind sich also einig geworden. Jetzt hat der Städtebauliche Entwicklungsbeschluss, mit dem die Stadt das Quartier auf den Weg bringen will, eine sichere Mehrheit im Parlament.

Gestern hat der Magistrat den Beschluss für die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme gefasst. Stadtentwicklungsdezernent Hans-Martin Kessler sprach von einem weiteren Meilenstein für das Ostfeld. Diese Einigkeit in der Kooperation ist nicht selbstverständlich. Das Ostfeld steht bei Grundstücksbesitzern, Klima- und Umweltschützern und Anwohnern in der Kritik.

Die Grünen haben lange mit dem Projekt gehadert. In einer Mitgliederversammlung am Wochenende gaben jedoch zwei Drittel der Mitglieder grünes Licht unter der Bedingung, dass die ökologischen Aspekte festgeschrieben werden. „Die klimaökologischen Punkte wie autofreies Quartier und Fachbegleitung zu den Themen Energie und ökologische und klimatische Auswirkungen haben wir nachträglich in den Antrag verhandelt“, erklärt die Grünen-Fachsprecherin Dorothée Andes-Müller auf Nachfrage. Vorgesehen ist auch, dass ein Lärmgutachten erstellt wird, das lange von der Bürgerinitiative gegen das Ostfeld gefordert worden war. Um sicherzugehen, dass die ökologischen Forderungen im Planungsverlauf nicht abhandenkommen, soll der gesamte Planungsprozess von externen Experten und Expertinnen kontrolliert werden.

Neben den öffentlich geförderten Wohnungen war der SPD wichtig, dass zehn Prozent der Wohnungen gemeinwohlorientierte Wohnprojekte werden. „Das alles trägt zu einem sozial gut durchmischten Stadtteil bei“, teilt SPD-Fraktionschef Hendrik Schmehl mit.

Die CDU ist glücklich, dass der neue BKA-Standort gesichert wird, um die Bundesbehörde dauerhaft in Wiesbaden zu halten. Dies stärke den Wirtschaftsstandort. Der Planungsprozess soll von Bürgern begleitet werden, und auch der Gestaltungsbeirat soll sein Votum zur Architektur abgeben.

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