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Größer und familienfreundlicher

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Von: Ute Fiedler

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Der Besucheransturm auf das Lilien-Carré ist bislang ausgeblieben.
Der Besucheransturm auf das Lilien-Carré ist bislang ausgeblieben. © Michael Schick

Das Lilien-Carré soll mit neuem Konzept endlich in die Erfolgsspur gebracht werden. Dazu soll das Einkaufszentrum am Hauptbahnhof familienfreundlicher werden. Einzelne Geschäfte wie beispielsweise die Drogerie Rossmann werden wachsen.

Wie viele Kunden das Einkaufszentrum Lilien-Carré am Hauptbahnhof pro Jahr verzeichnet, ist ein wohlgehütetes Geheimnis. Doch dass es nicht so viele sein werden, wie sich der Betreiber erhofft, verrät ein Blick auf die Geschichte des 2007 eröffneten Konsumtempels. Mieter kamen und gingen, Geschäfte standen leer, 2010 meldete der Betreiber Insolvenz an (die FR berichtete). Jetzt sollen ein neuer Eigentümer und ein neues Konzept das Zentrum in die Erfolgsspur bringen.

Als vor knapp einem Jahr die „Frankfurter Rundschau“ verschiedene Einkaufszentren der Region testete, war auch das Lilien-Carré unter die Lupe genommen worden. Gute Noten gab es nicht. Das Angebot sei zu dünn, es biete zu wenig für die Familie, urteilten die Tester damals. Einzig bei der Erreichbarkeit schnitt das Zentrum hervorragend ab.

Als „Mikrolage, die eine unglaublich hohe Frequenz aufweist“ und somit ein großes Potenzial für das Zentrum berge, urteilt auch Acrest Property aus Berlin. Das Unternehmen, das Einzelhandelsimmobilien managt und entwickelt, stellt weiter den Centermanager des Lilien-Carrés und hat das Repositionierungskonzept für das Zentrum ausgearbeitet. Auftraggeber sind die beiden Gesellschaften Orion IV European 22 und Orion IV European, an die der Insolvenzverwalter das Zentrum Ende 2014 verkauft hatte.

Nach den Plänen von Acrest soll das Zentrum familienfreundlicher werden und sich im Sortiment „täglicher Bedarf“ neu positionieren, wie eine Sprecherin auf Anfrage mitteilt. „In der Analyse des Marktes Wiesbaden haben wir festgestellt, dass es bestimmte Sortimente gibt, die noch unterrepräsentiert sind, wie zum Beispiel Spielwaren“, schreibt sie in einer Mail. Hinzu kämen textile Angebote und Gastronomie. So werde etwa ein mehr als 5000 Quadratmeter großer Rewe-Markt eröffnen. Zudem wolle man gastronomische Vielfalt auf mehr als 2000 Quadratmetern anbieten.

Knirpsgarten gut angenommen

Mit dem neuen Konzept setzen die Planer auf große Flächen. „Wir reagieren auf aktuelle Markttrends“, sagt die Sprecherin. Durch die Veränderung des Einzelhandels, auch durch das Online-Geschäft, sei der Bedarf an Fläche beispielsweise für einen Buchfachhandel heute deutlich kleiner. „Von diesen Veränderungen profitieren wir durch die Möglichkeit, größere Flächen anzubieten“, sagt sie und spielt darauf an, dass die Buchhandlung Thalia Ende 2014 bereits auszog.

Vergrößern werde sich auch die Drogerie Rossmann. Mit der Neueröffnung von Toys’r‘us habe man bereits einen Schritt hin zu mehr Familienfreundlichkeit gemacht, heißt es von Acrest. Hinzu sollen eigene Toiletten für Kinder und spezielle Sitzmöglichkeiten für Familien im sogenannten Foodcourt kommen. Zudem gebe es bereits seit 2012 den Knirpsgarten, der sehr gut angenommen werde. Dort werden samstags von 10 bis 17 Uhr Zwei- bis Zehnjährige zwei Stunden lang kostenlos betreut, auch wenn ihre Eltern nicht einkaufen gehen.

Mit dem Umbau im Zentrum soll Anfang Oktober dieses Jahres begonnen werden. Auch eine Abrissparty ist geplant, wann die jedoch steigt, steht noch nicht fest. Acrest zeigt sich zuversichtlich, dass das neue Konzept für das Lilien-Carré funktionieren wird. „Wir haben eine klare Analyse des Marktes vorgenommen und richten das Konzept konsequent danach aus“, heißt es aus dem Unternehmen.

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