1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Wiesbaden

Grandhotel baut modernes Bad

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Hotel "Schwarzer Bock".
Hotel "Schwarzer Bock". © FR/Schick

Der "Schwarze Bock" am Kranzplatz investiert kräftig in sein historisches Badehaus. Hier können sich Besucher im Wasser des Kochbrunnens tummeln. Von Michael Grabenströer

Von Michael Grabenströer

Trockengelegt ist seit Dezember der historische Badebereich im Grandhotel "Schwarzer Bock". Das Bad, das mit 66 Grad warmer Thermalsole - "Die mischen wir dann mit Trinkwasser, wenn gewünscht, auf erträgliche Badetemperaturen ab", so der Generalmanager des Hotels Peter B. Mikkelsen - betrieben wird, speist sich direkt aus dem Kochbrunnen auf dem Platz dem Hotel gegenüber. Zurzeit wird der Badebereich, der nicht nur Hotelgästen, sondern allen Wiesbadenern offensteht, aufwendig renoviert.

Die Rezidor Hotelgruppe, die den "Schwarzen Bock" in ihrer Radisson-Kette betreibt, investiert momentan rund 1,2 Millionen Euro in das traditionelle Wiesbadener Haus am Kranzplatz. Davon fließen, wie Hotelmanager Mikkelsen erläuterte, "bis jetzt" 600.000 Euro in das Badehaus. Weitere Mittel werden für die Erneuerung des Bodens in der Hotelküche verwandt. Daneben sind noch weitere "Kleinigkeiten" in dem Hotel zu machen, das erst 1997 komplett renoviert worden war.

Der Schwarze Bock ist eines der Wiesbadener Hotels mit großer Geschichte. Die Radisson-Kette wirbt für die Nobelherberge in der Kurstadt auch damit, dass der Schwarze Bock das älteste Hotel Deutschlands ist. Bislang unwidersprochen. 1486 wurde das Haus ursprünglich erbaut. Seitdem gab es viele Veränderungen.

Mit dem Aufstieg Wiesbadens zum Nobel-Kurort und Badeort wurde auch der Schwarze Bock Teil des damals mondänen Badebetriebs in Wiesbaden mit eigenem Brunnen - der Drei-Lilien-Quelle - direkt im Hinterhof des Hotels. Auch diese Quelle wird saniert werden, allerdings mit Mitteln der Deutschen Denkmalstiftung. "Aber auch unter Beteiligung unseres Hotels", ergänzt Mikkelsen. Denn diese Quelle kann ebenfalls für den Badebetrieb des Hotels genutzt werden.

Die Renovierung des Badebereichs bedurfte der intensiven Feinabstimmung mit dem Denkmalschutz. "Als ich vor drei Jahren als Manager nach Wiesbaden kam, da war mir gleich klar, dass dieser Badebereich modernisiert werden musste". Zu einem mondänen Hotel in alten Mauern gehört mittlerweile eben auch ein moderner Spa- oder Wellnessbereich, wie es heute heißt.

Bald war geklärt, dass alte Badekabinen, die von einem langen Flur abgehen, erhalten werden sollen - inklusive Fliesen und Tiefbad, in das man hinabsteigen kann. Der Däne Mikkelsen hatte schnell in Wiesbaden erfahren, wie die Kurstädter, nicht immer Übernachtungsgäste des Hotels, diesen Badebereich in seinem Flair der Jahrhundertwende schätzten. "Zwischen Montag und Freitag wurde unser Thermalbereich überwiegend von Wiesbadenern genutzt, die teilweise schon seit Jahrzehnten kamen". Und so soll es auch nach dem Umbau bleiben. Dem alten Trakt wird sich im Anbau des Hotels ein erneuertes Thermalschwimmbad anschließen. Dort konnten auch Mauern durchbrochen werden, um eine Ruhezone mit Blick auf das Schwimmbassin zu schaffen.

Plastik gegen aggressive Sole

Im alten Teil werden die alten Fliesen teilweise erhalten. Aber das Thermalwasser bringt auch seine speziellen Probleme mit sich. So musste Christian Ludgen vom Architekturbüro Vitadom in der Eifel die Leitungen, die immer wieder von der aggressiven Sole angegriffen wurden, durch Plastikrohre ersetzen, die weniger anfällig sind. Außerdem zeigte die Sole ihre Spuren auch an den "angefressenen" Holztüren und selbst im Marmor an den Wänden. Ab April ist der Badebereich dann aber wieder wie neu.

Auch interessant

Kommentare