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Gift und Mief

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Von: Arne Löffel

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Autoabgase belasten die Wiesbadener Luft mehr als die Industrie.
Autoabgase belasten die Wiesbadener Luft mehr als die Industrie. © dpa

Eine Schadstoffmessung in der Wiesbadener Innenstadt hat ergeben, dass das Zentrum der Stadt stärker mit Feinstaub, Schwefeldioxid und Stickstoffoxid belastet ist als die Industriegebiete. Das liegt haputsächlich an der Belastung der Luft durch Autoabgase.

Eine Studie des Wiesbadener Umweltamts hat sich der Schadstoff- und Geruchsbelastung in der Landeshauptstadt angenommen. Im Fokus: Feinstaub, Schwefeldioxid (SO2), Stickstoffdioxid (NO2) – und der von Mainz herüberwehende Gestank der Kaffeerösterei.

Um die jeweiligen Belastungen zu erheben, war das Umweltamt mit einem Messwagen in der Stadt unterwegs – und präsentierte dem Umweltausschuss am Dienstagabend verblüffende Ergebnisse: Die Belastung mit Feinstaub und NO2 ist in der Innenstadt deutlich höher als in den Industriegebieten. Der niedrigste Messwert ergab sich laut Joachim Mengden, Leiter des Umweltamts, in der Schiersteiner Vogesenstraße mit 25 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, der höchste gemessene Wert ist in der Luisenstraße mit 86 Mikrogramm. Zum Schutz der menschlichen Gesundheit wurde europaweit für Stickstoffdioxid der Grenzwert von 200 Mikrogramm pro Kubikmeter festgelegt. Die SO2-Belastung liegt laut Umweltamt in der gesamten Stadt mit einem bis zwei Mikrogramm weit unter dem Grenzwert von 20 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Grund für die Schadstoff-Konzentration in der Innenstadt ist laut Mengden, dass die Industrie als Emissionsquelle immer mehr an Bedeutung verliert, der Kraftfahrzeug-Verkehr aber gleichbleibend viele Schadstoffe ausstößt.

Hoffnung gibt es indes für die Geruchsbelästigung von der Kaffeerösterei: Es seien neue Filter geplant, die dazu dienen, Energie zu sparen und den Nebeneffekt hätten, dass sie das Abgas besser reinigen.

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