Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wiesbaden

Getötet nach Sorgerechtsstreit

  • Ute Fiedler
    VonUte Fiedler
    schließen

Zeugenbefragungen im Prozess um erwürgte Schwangere.

Weshalb hat der 41 Jahre alte G. seine im siebten Monat schwangere Ehefrau getötet? Puzzleteil für Puzzleteil muss die Schwurgerichtskammer am Wiesbadener Landgericht zusammensetzen. Am gestrigen Verhandlungstag wurde einmal mehr deutlich, dass der 41-Jährige und seine Ehefrau zuvor heftig um das Aufenthaltsrecht für die beiden gemeinsamen Kinder gestritten hatten.

G. hatte seiner 38 Jahre alte Frau am 5. Juni vergangenes Jahr zunächst mit einem Hammerstiel auf den Kopf geschlagen und sie anschließend erwürgt. (Die FR berichtete) Die Leiche hatte er in einem Vorführwagen, den er am selben Tag angemietet hatte, zum Gelände des ehemaligen Dyckerhoffsteinbruchs gefahren und dort im Gestrüpp abgeladen. Anschließend mimte er den Ahnungslosen, meldete seine Ehefrau als vermisst. Erst eine Woche später gestand der 41-Jährige die Tat und die Ermittler fanden die Leiche.

Unter den Streitereien der Eltern gelitten

Gestern wurden weitere Details aus dem Sorgerechtsstreit bekannt. Sowohl die 38-Jährige als auch G. wollten die Kinder bei sich behalten. Der Streit landete vor dem Familiengericht, das in einer ersten Anhörung Ende April in Aussicht stellte, dass die Kinder beim Vater in Wiesbaden bleiben könnten, falls die Mutter tatsächlich an den Bodensee ziehen sollte.

„Das Gericht erachtete als am sinnvollsten, dass die Kinder in Wiesbaden, in ihrem gewohnten Umfeld, bleiben sollten“, sagte eine Anwältin, die als Interessenvertretung für die Kinder fungiert hatte. Ein zweites Treffen sei auf den 4. Juni, einen Tag vor der Gewalttat, terminiert worden. „Die Ehepartner sollten Zeit bekommen, um sich außergerichtlich einigen zu können. Damit nicht das Gericht entscheiden musste, wer das Aufenthaltsbestimmungsrecht erhält“, erläuterte die Zeugin.

Doch zu einer Einigung kam es nicht. Vermutlich weil G. fest davon ausgegangen war, als Sieger aus dem Streit hervor zu gehen. Seiner Anwältin zufolge, die ihn vor dem Familiengericht vertreten hatte, hätte es damals für ihren Mandanten tatsächlich gut ausgesehen, erläuterte die Frau gestern vor Gericht. Eine Fehleinschätzung basierend auf zahlreichen Fehlinterpretationen von Vermerken, wie sich am 4. Juni 2014 herausstellen sollte. An diesem Tag hatte sich noch deutlicher als bei der ersten Anhörung abgezeichnet, dass der 38-Jährigen das Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen werden würde.

Ob dies den Vater letztlich dazu trieb, seine Ehefrau zu töten und seine Familie komplett zu zerstören, wird das Gericht beurteilen müssen. Deutlich wurde gestern auch, wie sehr die beiden Kinder bereits zuvor unter der Trennung ihrer Eltern und den ständigen Streitereien gelitten haben müssen. Die Tochter, damals 13 Jahre alt, sei wochenlang nicht in die Schule gegangen, „obwohl sie sonst gerne zum Unterricht ging“, sagte die Anwältin. Auch zu ihrem Sport sei sie nicht gegangen. „Sie war sehr belastet, ebenso wie ihr acht Jahre alter Bruder.“ Sie hätten sehr gelitten.

Die Verhandlung wird am 3. Februar, 9 Uhr, am Landgericht, Saal 0.20, fortgesetzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare