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Gesundheit wird wichtiger

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Gesund leben in der Stadt – gesund essen gehört dazu.
Gesund leben in der Stadt – gesund essen gehört dazu. © Michael Schick

Wiesbaden verspricht sich vom Beitritt ins „Gesunde-Städte-Netzwerk“ neue Impulse für die Gesundheitsförderung.

Von Peter H. Eisenhuth

Mehr als 166 Kooperationspartner, darunter rund 80 Kommunen, gehören in Deutschland dem „Gesunde-Städte-Netzwerk“ an – jetzt will auch Wiesbaden dem Bündnis beitreten. „Wir werden unsere Aufnahme beantragen“, fasst Gesundheitsdezernent Axel Imholz (SPD) einen entsprechenden Beschluss des Magistrats vom Dienstag zusammen. „Damit wollen wir von in anderen Städten gemachten Erfahrungen profitieren und unser eigenes Wissen weitergeben. Gleichzeitig verpflichten wir uns, unser eigenes Gesundheitsnetzwerk auszubauen.“

Ganz neu ist die Idee nicht: Das Netzwerk existiert bereits seit 1989, unter den zehn Gründungsmitgliedern waren Frankfurt und Mainz. Den beteiligten Kommunen war schon damals bewusst, dass es zu einem immer wichtigeren Thema und zu einer zunehmend anspruchsvollen Aufgabe werden würde, in den Städten eine gesundheitsfördernde Umgebung zu schaffen.

Best-Practice-Prinzip

Die Initiative fußt auf der „Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung“ der Weltgesundheitsorganisation und dient dem Erfahrungsaustausch zwischen den Kommunen. „Das funktioniert nach dem Best-Practice-Prinzip“, erläutert Imholz. „Man guckt, was in anderen Städten gut funktioniert und inwieweit das auf die eigene Situation übertragbar ist.“

Anders als beispielsweise im Gesundheitsausschuss des Deutschen Städtetages, dem Imholz angehört, sind im „Gesunde-Städte-Netzwerk“ aber eben nicht nur Städte, Kreise und Gemeinden vertreten. „Hier geht es weit über die administrative Ebene hinaus, es sind viele Akteure aus dem Gesundheitssektor beteiligt.“ Zur Selbstverpflichtung, die Wiesbaden mit einem Beitritt eingeht, gehört unter anderem, die Beteiligung von Initiativen und Selbsthilfegruppen an der städtischen Gesundheitspolitik auszubauen und alle auf diesem Gebiet tätigen Akteure gleichberechtigt in eine ressortverbindende Gesundheitspolitik einzubeziehen.

Zudem versichern die beteiligten Kommunen, „auf die grundlegende Gesundheitsverträglichkeit bei Richtungsentscheidungen zu achten“, heißt es im Neun-Punkte-Programm des Netzwerkes. Ziel ist es, Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass alle Bürger sich verstärkt an der Gestaltung ihrer Lebens- und Umweltbedingungen beteiligen können.

Ist Geld für neue Projekte da?

Der organisatorische und finanzielle Aufwand, der auf die Stadt zukomme, sei zunächst einmal überschaubar, sagt der Dezernent; die vorgeschriebene Koordinierungsstelle siedelt die Stadt bei der „Gesellschaft für ein gesundes Wiesbaden“ an. Wie groß der Aufwand später tatsächlich werden wird, hängt davon ab, welche Projekte auf den Tisch kommen“ – deren Umsetzung hänge maßgeblich davon ab, ob die Stadt das Geld habe, sie auch anzuschieben.

Warum die Landeshauptstadt dem Netzwerk“ nicht schon früher beigetreten ist, weiß Imholz nicht. „Irgendwann war jemand der Meinung, dass es sinnvoll sei, da mitzuarbeiten, das Parlament hat diese Ansicht geteilt, und jetzt setzen wir das Ganze um.“ Vom Austausch mit den anderen Netzwerkern verspricht sich Imholz neue Impulse, die über die Arbeit des Gesundheitsamtes hinausgehen. „Spannend wird es, sobald konkrete Vorschläge vorliegen.“

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