Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Martin Brunkhorst ist Chef von "My Place"
+
Martin Brunkhorst ist Chef von "My Place"

"My Place"-Chef Brunkhorst

Geschäftssinn mit sozialer Ader

Martin Brunkhorst ist Chef des Lagerraum-Vermieters "My Place" - und engagiert sich für die Wiesbadener Tafeln. Von Michael Grabenströer

Von Michael Grabenströer

"Mein Platz für mehr Platz" ist der plakative Slogan für die Idee, Lagerräume anzubieten und zu vermieten - nicht für Großunternehmen, sondern für die paar Quadratmeter Lagerraum, den auch die Kleinfamilie oder Otto-Normalverbraucher händeringend sucht und nicht in seinem Haus oder seiner Mietwohnung hat. Studenten zum Beispiel, die vor einem Auslandsjahr ihre Sachen unterstellen wollen. Familien, die nicht wissen, wohin mit ihren Skiausrüstungen und anderem Kram, den sie nicht wegwerfen können.

Für Martin Brunkhorst, Geschäftsführer von "My Place", ist das ein Konzept, das er auch selbst nutzt. Die Kette der Lagerräume soll sich bundesweit ausbreiten. In dem Lagerhaus von My Place an der Mainzer Straße in Wiesbaden schließt der Manager kurz entschlossen seine Privatbox auf. Darin ein Sofa, von dem er sich nur schwer trennen kann, mehrere Stühle und eine ganze Reihe von Umzugskisten und Lufthansa-Metallbehälter.

Im Besprechungsraum von Brunkhorst, seit 14 Jahren in Wiesbaden ansässig, hängen die Pläne für eine neues Lager von "My Place" in Hamburg. Frage: Hat die Hanse- und Hafenstadt nicht schon genug Speicherstätten? "Nicht für diese Zielgruppe", sagt Brunkhorst. Er lässt sich nicht so einfach aus dem Konzept bringen, wenn er Platz für alles das schaffen will, was zu Hause keinen Platz mehr hat. 22 Lagergebäude gibt es bereits in Deutschland. "Die Nachfrage ist da", sagt er. Die Idee der kleinteiligen Lagerhaltung, keineswegs auf den Bedarf von Großkunden zugeschnitten, kam wie so viele Neuerungen aus den Vereinigten Staaten. Es war ein Student, der das Konzept nach Europa holte.

Brunkhorst war damals noch nicht dabei. Mit Logistik und Lagerhaltung verdiente er jedoch schon als Student sein Geld, fuhr fürs Studium Hubwagen auf einem Flughafen. Daher vielleicht auch seine Faszination für die Luftfahrt. Sein Flugzeug steht in Mainz-Finthen.

Wenn er selbst Sport treibt, läuft er in Wiesbaden vom Kurhaus Richtung Sonnenberg und zurück. Eine Laufpiste, so lang wie seine Heimatstrecke an der Außenalster. Und ein wenig erinnert den Norddeutschen Wiesbaden auch Hamburg: "Alte Häuser, große grüne Grundstücke", nur eben ein wenig kleiner als im Norden. Der Diplom-Kaufmann, der in China unter anderem eine Brauerei errichtete, hat auch schon selbst auf dem Bau gearbeitet. "Betonwürfel abdrehen. Kennen Sie bestimmt nicht!" Da wird Beton entnommen, um ihn für Testzwecke einzulagern.

In Wiesbaden hat der Manager in dem Lagerhaus seiner Kette drei dringend benötigte Lagerabteile für die örtlichen Tafeln zur Verfügung gestellt, die Nahrungsmittel sammeln und an Bedürftige weiterreichen. Ein Werbegag? Brunkhorst kann über solche Unterstellungen nur den Kopf schütteln. Ein bisschen soziale Ader gehöre zu seinem Managerjob dazu. Schließlich habe er früher selbst schon mal für die Tafeln Lebensmittel eingesammelt. Will heißen: Er kennt die Problematik und hat eine Lösung angeboten.

Im "Self-Storage"-Lager soll alles komplikationslos gehen - logistisch optimiert auch für die Tafeln. Mit dem Platzangebot von 75 Quadratmetern Lagerraum könnten die drei Tafeln rund um Wiesbaden spontan auf Angebote für Lebensmittellieferungen - wenn es haltbare Ware ist - reagieren. Und sie müssen sich nicht um Lagermöglichkeiten sorgen. Manchmal werden eben palettenweise Dosen mit Gemüse oder Obst angeboten. "Wir stellen dafür die Lagermöglichkeiten zur Verfügung. Unsere Mitarbeiter helfen zur Not auch beim Abladen."

Offenbar, so scheint es, hat Brunkhorst, der aus einfachen Verhältnissen in Hamburg stammt, seine Herkunft nicht vergessen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare