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Ilka Guntrum kämpft für eine attraktive Wiesbadener Innenstadt.

Wiesbaden

Geschäften in Wiesbaden fehlt die Laufkundschaft

  • vonDiana Unkart
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Der Einzelhandel blickt mit mit Sorge auf das Weihnachtsgeschäft. Manchem Wiesbadener wird erst in der Krise klar, was zu tun ist, um das zu erhalten, was selbstverständlich schien.

Viel los wäre dieser Tage in Wiesbaden: Sternschnuppenmarkt, Eislaufbahn, Riesenrad. Aber alle Veranstaltungen mussten coronabedingt abgesagt werden. Für den Einzelhandel sei die Situation im Moment „schwierig bis ganz schwierig“, sagt Ilka Guntrum, Geschäftsfrau und Vorsitzende der Werbegemeinschaft Wiesbaden Wunderbar. Der Interessengemeinschaft gehören etwa 120 Unternehmen, Einzelhandels- und gastronomische Betriebe der Innenstadt an. Aber die Krise habe auch dazu geführt, dass sich das Bewusstsein der Kundinnen und Kunden verändert habe. „Viele sind wachgeworden und bemerken, dass sie lokal einkaufen müssen, wenn sie das erhalten wollen, was wir hier haben.“

Das Jahr war für den Handel schwierig. Die Hoffnungen auf ein gutes Weihnachtsgeschäft hat der erneute teilweise Lockdown zunichte gemacht. Die Laufkundschaft fehle.

Ein verkaufsoffener Sonntag, der das Geschäft in der Vorweihnachtszeit ankurbeln könnte, sei nach der Novellierung des Ladenöffnungsgesetzes nur noch in Verbindung mit Großveranstaltungen möglich. Die aber seien wegen Corona untersagt. Diese und andere Entwicklungen bevorteilten den ohnehin kaum regulierten Onlinehandel. Dieser habe Planungssicherheit, den stationären Geschäften fehle sie. Das sei ein großes Problem.

In Wiesbaden hielten zudem hohe Parkgebühren Einkaufswillige fern, beklagen Ilka Guntrum und ihre Mitstreiter:innen von Wiesbaden Wunderbar. Es sei ein Fehler gewesen, Parkhäuser an private Firmen zu vergeben, jetzt könne die Stadt kaum Einfluss nehmen. „Für die Leute muss es einfach und bequem sein, in die Stadt zu kommen.“

Chance verpasst

Eine Straßenbahn, die die Einwohner kürzlich in einem Bürgerentscheid abgelehnt haben, wäre eine Chance gewesen – „die haben wir verpasst.“ Umso wichtiger sei es nun, einen Mix aus Parkplätzen, Radwegen und Schienenverbindungen anzubieten. Ein weiterer Fehler, den viele Städte gemacht hätten, sei der Verkauf innerstädtischer Immobilien gewesen. In der Folge seien die Mieten gestiegen, sodass sich heute meist nur noch Filialisten die guten Lagen leisten könnten. Das Ergebnis seien austauschbare Fußgängerzonen. Wiesbaden bilde keine Ausnahme. Fasse man den Begriff Innenstadt allerdings weiter, verfüge Wiesbaden mit dem historischen Fünfeck, dem alten Stadtkern, über einen Charme, wie ihn nur wenige Städte hätten. Zudem gebe es in der Innenstadt zahlreiche Veranstaltungen, die viele Menschen anzögen und von denen auch der Handel profitiere. Dieses Potenzial sollte genutzt werden, sagt Ilka Guntrum.

Sie erzählt von kleinen Elektrobussen, die in Cannes kostenlos Touristen und Kundschaft beförderten. In Wiesbaden könnten solche Busse rund um das historische Fünfeck fahren. Ebenfalls kostenlos, damit die Menschen die Parkhäuser ringsherum nutzen und bequem mit ihren Einkäufen wieder zum Auto gelangen könnten. In Köln fahre eine Seilbahn über den Rhein. „Ideen für Wiesbaden gibt es viele.“

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