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Auch nassauische Schätze waren im Schaufenster zu sehen.
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Auch nassauische Schätze waren im Schaufenster zu sehen.

Wiesbaden

Lob für Gerichs Marktkeller-Vorstoß

  • Arne Löffel
    VonArne Löffel
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OB Sven Gerich (SPD) schlägt als Übergangslösung für das bald obdachlose Schaufenster Stadtmuseum die Unterbringung im Marktkeller vor. Gerich erntet für den Vorschlag Lob, und das nicht nur aus der eigenen Partei.

Wer Oberbürgermeister ist, kann offensichtlich auch mal ganz spontan und ungeschützt ins Rampenlicht treten. So geschehen am Sonntag beim „Visionären Frühschoppen“ des Stadtmagazins „Sensor“. Hier hat Sven Gerich (SPD) nonchalant vorgeschlagen, das „Schaufenster Stadtmuseum“ übergangsweise im Marktkeller unterzubringen. Und das – wie bereits angedeutet –, ohne das Thema vorher mit den parteiinternen und -übergreifenden Gremien zu besprechen.

Aber anstatt Gerich nun den Alleingang vorzuwerfen und das Thema nach kommunalpolitischer Tradition wegen des vermeintlichen Schrittfehlers totzumachen, erntet der Oberbürgermeister sogar Lob. Und das nicht nur aus der eigenen Partei, sondern auch vom politischen Mitbewerber, der Bürgerliste Wiesbaden – wenn auch mit einer Prise „Warum denn nicht gleich so“ verfeinert: „Mit etwas Verzögerung von sechs Monaten hat Gerich sich jetzt für unsere präzisen Gedanken eines dezentralen Museums als Interimslösung, erwärmt.

Am Sonntag hat auch er den Marktkeller als Nachfolger des ,Schaufensters‘ vorgeschlagen. Wir hoffen, dass nun alle Möglichkeiten einer dezentralen Unterbringung ernsthaft geprüft werden“, schreibt BLW-Geschäftsführer Karl-Heinz Maierl.

Weitere mögliche Ausstellungsorte

In der Tat hatte die Bürgerliste in einem Essay von Thorsten Reiß den Marktkeller als einen geeigneten Ort bezeichnet, an dem in wechselnden Ausstellungen die Schätze des noch zu bauenden Stadtmuseums ausgestellt werden könnten. Als weitere mögliche Ausstellungsorte hat Reiß das Walhalla-Ensemble, das Rathausfoyer und den Bellevuesaal angeregt. „Auch vom Zentrum entferntere Stellen wie das alte Gerichtsgebäude an der Moritzstraße oder die Walkmühle, wo das Kulturamt über Räumlichkeiten verfügt, könnten genutzt werden“, schreibt Reiß.

Auch Gerichs politische Heimat, die SPD-Fraktion, unterstützt laut einer Pressemitteilung den Vorschlag, der hier aber nicht nur Gerich, sondern auch der ebenfalls beim Visionären Frühschoppen anwesenden Kulturdezernentin, Rose-Lore Scholz (CDU), zugeschrieben wird. „Die Realisierung eines Neubaus für ein historisches Stadtmuseum ist in weite Ferne gerückt“, betont der kulturpolitische Sprecher der Fraktion, Hendrik Schmehl.

Klar sei aber auch, dass kurzfristig eine Lösung für das ‚Schaufenster Stadtmuseum‘ gefunden werden müsse. Der Vertrag für das Schaufenster Stadtmuseum laufe im Oktober aus, teilt Schmehl mit. Unabhängig von der weiteren Museumsdebatte stehe also eine Entscheidung an.

„Wir müssen deutlicher zeigen, was ein Ort der Stadtgeschichte zu leisten im Stande ist und welchen Mehrwert er für die Stadtgesellschaft bringt“, betont Schmehl. Die Diskussion habe gezeigt, dass Interesse an einem Ort für Diskussion zur Identität und Zukunft der Stadt bestehe. Reizvoll erscheint zudem an der Idee, dass der Marktkeller laut Schmehl dreimal so groß wie das bisherige Schaufenster sei. Und das bei geringerer Miete. Dennoch wolle die SPD eine genaue Prüfung des Marktkellers abwarten, ehe sich die Fraktion auf das weitere Vorgehen festlegt, betont Schmehl.

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