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Sven Gerich, Oberbürgermeister von Wiesbaden. (Archivbild)

Revisionsausschuss

Wiesbadener OB Sven Gerich meldet sich krank

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Zur Aufarbeitung der Politik-Skandale soll der Oberbürgermeister vor einem Ausschuss erscheinen. Doch er entschuldigt sich.

Mit Spannung war die Sitzung des Revisionsausschusses am Mittwoch erwartet worden, in dem ein Teil der Wiesbadener Skandale aufgearbeitet werden sollte. Indes, die Hauptpersonen fehlten.

Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD), der zu seinem Verhältnis zu Unternehmerfamilie Kuffler und zum Spanienurlaub mit dem ehemaligen Geschäftsführer der Wiesbaden Holding, Ralph Schüler, Auskunft geben sollte, hatte sich krankgemeldet. Der frühere Wirschaftsdezernent Detlev Bendel (CDU), der die Verantwortung für die Vergabe des Gastronomieauftrags für das Rhein-Main-Congresscenter (RMCC) und das Kurhaus übernommen hatte, erschien nicht. Auch der frühere RMCC-Betriebsleiter Henning Wossidlo hatte sich entschuldigt. Die betreffenden Tagesordnungspunkte wurden auf die kommende Sitzung verschoben.

Im Mittelpunkt hätte unter anderem ein Treffen in „Käfers Bistro“ auf dem Frankfurter Flughafen stehen sollen, an dem Gerich und Wossidlo mit einem Vertreter der Familie Kuffler zusammenkamen. In der ersten öffentlichen Befragung war Gerich die Antwort zum Zeitpunkt des Treffens schuldig geblieben – der ist aber relevant, weil möglicherweise gegen die Vergaberegeln verstoßen wurde.

Behandelt wurde ein weiterer Aspekt im Kontext der Kuffler-Vergabe, bei dem nicht nur Gerich, sondern auch der kommissarische Leiter des Revisionsamts im Mittelpunkt steht. Gerich wird vorgeworfen, den Mann versetzen zu wollen, damit dieser mögliche Vergehen des OB nicht aufdecken kann. Wer den Zwischenbericht verfasste, der erhebliche Mängel an der Auftragsvergabe aufweist, erscheint der CDU relevant zu sein. Die Diskussion ergab, dass der Bericht von einem Mitarbeiter, nicht aber vom kommissarischen Leiter geschrieben wurde wie die CDU vermutete. Der Leiter war jedoch die zuständige Führungskraft. Um dem Misstrauen gegenüber dem Amt zu begegnen, sagte Antikorruptionsbeauftragte Inge Schupp: „Mehrere Personen waren beteiligt, einschließlich mir. Die Neutralität des Revisionsamts ist gegeben.“

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