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Genossen profitieren von Finanzkrise

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Den Zockern sei dank: Die Spareinlagen der Wiesbadener Baugenossenschaft Geno 50 haben sich im vergangenen Jahr verdoppelt. Von Michael Grabenströer

Von Michael Grabenströer

Auf ein 60-jähriges Bestehen kann die Gemeinnützige Bau- und Siedlungsgenossenschaft "Geno 50" blicken. Die Genossenschaft wurde im Januar 1950 von "einigen Wiesbadener Honoratioren gegründet", sagt Geno-Vorstand Ralf Gerke. Ziel war, die Wohnungsnot zu bekämpfen, die es nach dem Krieg auch in der Kurstadt gab. Inzwischen ist die Geno, wie sie in Wiesbaden heißt, Eigentümerin von 3352 Wohnungen und verwaltet weitere 266 Wohnungen von Eigentümergemeinschaften. Die Organisationsform als Genossenschaft hat sie über die sechs Jahrzehnte beibehalten.

In der aktuellen Finanzkrise, so berichtet Gerke, habe sich das genossenschaftliches Konzept äußerst bewährt. Die Spareinlagen in die Geno haben sich sprunghaft erhöht. Waren es 2008 noch sieben Millionen, seien 2009 rund acht Millionen Euro neu dazu gekommen. Für Mitglieder der Genossenschaft garantiert die Geno eine Dividende von vier Prozent - gleichbleibend die letzten Jahre. Für Sparer kommt noch der normale, derzeit äußerst geringe Sparzins dazu.

Das erwirtschaftete Geld fließt in die vorhandenen Immobilien. "Das", sagt Gerke, "hat sich positiv für die Mieter ausgewirkt, die günstiges und sicheres Wohnen mit Schutz vor Spekulationen und Eigenbedarfskündigungen schätzen."

Außerdem betreibt die Geno eine vorsichtige Erweiterungspolitik. So werden in Wiesbaden im Wesentlichen nur Immobilien, die auf dem Markt angeboten werden, dazu gekauft. Grund seien auch die hohen Grundstückspreise in der Stadt. Deshalb kaufe man derzeit nur Wohnungen oder ganze Häuser hinzu.

Holzhackschnitzel gefragt

Eines der größten Objekte in der 60-jährigen Unternehmensgeschichte ist die Modernisierung und Instandsetzung des Wohnparks Zehntenhof mit 468 Wohnungen im Stadtteil Schierstein. Dort finden noch bis Ende des Jahres in vier Bauabschnitten - begonnen wurde das Projekt 2007 - Renovierung und Wämedämmung statt. Außerdem wird für das Heizen und die Warmwasserbereitung des Wohnparks ein Holzhackschnitzelwerk mit Nahwärmenetz in Eigenregie realisiert. Damit sei ein heimischer Energieträger gewählt worden. Was sich laut Geno auf die Gestaltung der Heizkosten zusammen mit der modernisierten Wärmedämmung auswirkt.

Der Genossenschaft gehören derzeit rund 5600 Mitglieder an, darunter nicht nur Mieter, sondern auch Nur-Sparer, die die Anlageform in der Genossenschaft mit sichereren Erträgen schätzen. Seit 1957 bietet die Geno für ihre Mitglieder das Sparen an. Eingezahltes Geld wird direkt zur Finanzierung von Neubauten, Zukäufen und Modernisierungen eingesetzt, so dass die Geno sich eine Eigenständigkeit und Unabhängigkeit auf dem Finanzmarkt bewahrt hat. Den Anstieg der Spareinlagen auf 15 Millionen Euro wertet Gerke als ertrauensbeweis. Außerdem garantiere das Modell Geno eine "gute, sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung der Mitglieder".

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