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Eva Waller
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Eva Waller.

Wiesbaden

Generalistin und Brückenbauerin

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
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Die neue Wiesbadener Hochschul-Präsidentin Eva Waller setzt auf interdisziplinäres Lernen.

Sie sei doch sehr überrascht gewesen, als sie feststellte, dass Wiesbaden keine Straßenbahn habe, sagt Eva Waller. Die neue Präsidentin der Hochschule Rhein-Main ist schon weit herumgekommen. Chemnitz, Dresden, Bochum, Südafrika, Niederlande. Aber keine Straßenbahn? In Wiesbaden ist gerade eine Straßenbahn in einem Bürgerentscheid abgelehnt worden.

Die Hochschule Rhein Main

Als Hochschule für Angewandte Wissenschaften legt die Hochschule Rhein-Main Wert auf eine praxisnahe Ausbildung.

Neben Bachelor - und Masterstudiengängen gibt es auch berufsintegrierte und duale Studiengänge.

Die Hochschulgebäude verteilen sich auf drei Standorte in Wiesbaden und einen in Rüsselsheim. Angeboten werden 70 Studiengänge in den Fachbereichen Architektur und Bauingenieurwesen, Design Informatik Medien, Sozialwesen, Wiesbaden Business School und Ingenieurwesen.

In Bochum, wo die 56-Jährige die letzten Jahre als Professorin für Wirtschaftsrecht an der dortigen Hochschule und seit 2016 Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Internationales tätig war, beschäftigte sie sich mit dem Thema Mobilität intensiv, berichtet sie. Seit Jahresbeginn tritt sie die Nachfolge von Detlev Reymann an. Er ging im Dezember in den Ruhestand.

Waller hat ihre Kindheit in Krefeld am Niederrhein verbracht, bevor sie in die Welt zog. Da schließt sich der Kreis. In Bayreuth und Göttingen studierte sie Jura und war zunächst einige Jahre in einer Unternehmensberatung tätig.

Problembasiertes Lernen

Zukunftsthemen wie Mobilität ließen sich heute nicht ohne interdisziplinäres Arbeiten bewältigen, sagt Waller. „Problem based learning“ und „Problem based science“ sind die Schlagworte. Energiefachleute, Maschinenbauer, Betriebswirte, Juristen sowie Designer müssten Hand in Hand arbeiten, um die Herausforderungen zu lösen, sagt sie. Und natürlich auch Kommunikationsfachleute.

Diese Art der Zusammenarbeit möchte sie an der Hochschule Rhein-Main, einer Hochschule für angewandte Wissenschaften, zu der auch der Rüsselsheimer Standort mit dem Fachbereich Ingenieurwissenschaften zählt, etablieren. 70 Studiengänge werden angeboten, 970 Personen sind dort beschäftigt. Waller stößt offene Türen auf. „Die drei Kollegen, mit denen ich darüber gesprochen habe, sind offen für die Ideen“, berichtet sie. Sie wolle „Brücken bauen und sie verfestigen“. Und das in jede Richtung: Studierende sollten von Beginn an in Forschungsprojekte einbezogen werden. „Eine gute Lehre geht nicht ohne Forschung“, sagt sie, „und nicht ohne gute Netzwerke.“

Auf Youtube präsentiert sich Waller im Interview mit ihrem Vorgänger Reymann als aufgeschlossene und aktive Frau: Hochgebirgswandern, Barock, Hildegard von Bingen, Peru, Goethe und vieles mehr zählt sie zu ihren Interessen. Um die Hochschule zu leiten, nutzten ihr nicht nur ihre betriebswirtschaftlichen Erfahrungen, sagt sie, „man muss auch Generalist sein. Baustellen erkennen und Experten dazuholen.“

Bauarbeiten werden voraussichtlich Wallers Ära prägen. Wie ihr Vorgänger fordert sie vom Land Hessen das eigene Bauherrenrecht. Das würde der Hochschule erlauben, die Bauträger für die anstehenden Neu- und Umbauten auf dem Campus am Kurt-Schumacher-Ring, wo auf lange Sicht die drei Wiesbadener Standorte zusammengezogen werden sollen, auszusuchen. Waller erhofft sich davon, dass die Arbeiten schneller voranschreiten. Das eigene Bauherrenrecht sei im Koalitionsvertrag zugesichert. Für die vielen Studierenden, davon überproportional viele Studienpioniere – die als erste in ihrer Familie studierten –, müsse auch der Platz geschaffen werden, betont Waller. In den letzten Jahren ist ihre Zahl auf 14.000 gestiegen.

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