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Was geht mit 13 Millionen?

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Die Carl-von-Ossietzky-Schule.
Die Carl-von-Ossietzky-Schule. © Michael Schick

Jonglage ist nichts dagegen: Vier Großprojekte, darunter zwei vom Land kritisierte Schulneubauten, versucht die Wiesbadener Rathauskoalition finanziert zu bekommen. Und für das neue Projekt Stadtmuseum wird auch noch ein privater Geldgeber gesucht.

Von Gaby Buschlinger

Noch vor dem Abschluss des Mediationsverfahrens zur Zukunft der beiden Oberstufengymnasien hatte sich die große Koalition für den Erhalt und Neubau der Carl-von-Ossietzky-Schule (CvO) an ihrem jetzigen Standort in Klarenthal ausgesprochen. Damit ist das Mediationsergebnis hinfällig. Der von Schuldezernentin Rose-Lore Scholz (CDU) jetzt präsentierte Abschlussbericht ist dennoch aufschlussreich.

Darin heißt es: „Aus Sicht der Bildungsplanung ist ein zweites Oberstufengymnasium auf Basis der Anzahl der Wiesbadener Schüler nicht notwendig.“ Sprich: Für Wiesbadener Oberstufenschüler reicht die Martin-Niemöller-Schule, die 800 angehende Abiturienten besuchen können. Somit besteht kein Bedarf am Weitererhalt der CvO, die aus Brandschutzgründen Ende 2015 geschlossen werden muss.

Weniger Schüler für Wiesbaden

Trotzdem haben CDU und SPD Anfang Dezember entschieden, die CvO neu zu bauen. Die Kosten wurden auf 13 bis 15 Millionen Euro gedeckelt. Dabei hatte auch das Kultusministerium vor einem Jahr der Stadt empfohlen, angesichts sinkender Anmeldungen an beiden Oberstufengymnasien entweder beide zu verkleinern oder auf eines zu verzichten. Schuldezernentin Rose-Lore Scholz (CDU) hatte bestätigt, dass auch aus dem Umland künftig weniger Schüler nach Wiesbaden pendelten, da der Rheingau-Taunus-Kreis neue Oberstufen-Kapazitäten geschaffen habe.

Auf die Frage, ob sie den Neubau der CvO mit Blick auf die abnehmenden Schülerzahlen für sinnvoll halte, sagte Scholz: „Ich stehe zu den Beschlüssen der Koalition.“ Die neue CvO werde aber kleiner ausfallen. Wie viel, vermochte sie nicht zu sagen. „Das Geld bestimmt die Schulgröße – wir müssen abwarten, was wir für 13 bis 15 Millionen Euro bekommen und wie sich die Schülerzahlen entwickeln.“ Derzeit ist die CvO für 520 Schüler ausgelegt, besucht wird sie nur von 441. Davon wiederum kommen 130 aus dem Umland, der Großteil aus dem Rheingau-Taunus-Kreis.

Mehr Fächer oder mehr Profil?

Auch die nach dem Brand im Jahr 2007 mit 13 Millionen Euro wieder aufgebaute und für 800 Schüler ausgelegte Niemöller-Schule ist nicht voll: Sie wird von 560 Schülern besucht, darunter knapp 100 auswärtige. Mit der Kapazitätsreduzierung beim CvO-Neubau widersprach die Schuldezernentin den Beteuerungen von SPD-Fraktionschef und OB-Kandidat Sven Gerich. Dieser hatte bei der Vorstellung der Koalitionspläne betont, dass die Fläche der bislang sehr weitläufigen Schule zwar um ein Drittel verkleinert werde, sich aber nichts an deren Kapazität ändere.

Die Niemöller-Schulleitung begrüßte in den Mediationsgesprächen derweil die Verschmelzung beider Schulen zu einem „Oberstufen-Campus“, weil sich dadurch das Fächerangebot erweitere. Vertreter der CvO lehnten die Verschmelzung ab, weil sie befürchteten, damit ihr sprachlich-musisches Profil zu verlieren.

Die SPD hatte vehement gegen die Schließung der CvO gekämpft. Ihr Koalitionspartner, die CDU, hatte „eine Aufrechterhaltung aus rein emotionalen Gründen“ indes abgelehnt. Anfang Dezember hatte sich Gerich durchgesetzt. Im Gegenzug nahmen die Sozialdemokraten hin, dass das Stadtmuseum von einem Investor gebaut werden soll und die Stadt es für Jahrzehnte für rund 1,5 Millionen Euro pro Jahr mietet.

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